7 Anfänge von bekannten Grusel-/Horror-Regisseuren

Cronenberg, Burton, Lynch

Auch die Größten fangen mal ganz klein an. Wir schauen auf die Anfänge von Cronenberg, Lynch, Burton und Co.

Vor kurzem haben wir euch Hi8: Resurrectio, die Abschlussarbeit von Stefan Sierecki, vorgestellt. Dies haben wir zum Anlass genommen, mal einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und zu schauen, was bekannte Regisseure in ihrer Studienzeit so getrieben haben. Hier eine kleine Auswahl. Viel Spaß!

7. Prey (2001) by Ti West

Ti West (The House of the Devil, The Inkeepers) studierte an der School of Visual Arts in Manhatten, wo er drei Kurzfilme drehte. Prey scheint dabei der Einzige zu sein, der öffentlich zugänglich ist.

Prey erzählt die simple Story von zwei jungen Männern, die vor einer Bestie fliehen. Dabei bleibt das Monster ganz im Stile der Produzenten-Ikone Val Lewton (Katzenmenschen) im Dunkeln. Der Fokus liegt auf den Gejagten. West versteht es hervorragend seine minimalen Mittel perfekt zu nutzen. Mit einem idealen Setting, ebenso einfachen wie wirkungsvollen POV-Einstellungen des Monsters und einem grandiosen Sounddesign gelingt es ihm einen durchaus anständigen Monster-Horror zu schaffen.

6. From the Drain (1967) von David Cronenberg

Cronenberg (Die Fliege, Videodrome) studierte an der Universität von Toronto Botanik und Schmetterlingskunde, wechselte allerdings später zu künstlerischen Studienfächern. In der Zeit an der Hochschule entstanden mindestens die zwei Filme Transfer und From the Drain. Letztere hat seinen Weg online geschafft.

Der Film handelt von zwei Veteranen, die angezogen in einer Badewanne sitzen. Es ist eine Herausforderung dem Gespräch und den Motiven der zwei Männer zu folgen und doch erzeugt das minimalistische, klaustrophobische Setting einen gewissen Sog und deutet vor allem im Finale auf Cronenbergs späteren Stil hin.

5. Geometria (1987) von Guillermo del Toro

Guillermo del Toro ist wohl am ehesten für sein wundervolles, düsteres Fantasy-Märchen Pans Labyrinth oder für Action-Kracher wie Blade II, Hellboy oder Pacific Rim bekannt. Zuletzt durften wir den Gothic Horror Crimson Peak bewundern und bald wird die gefeierte Monster-Romanze The Shape of Water auch endlich zu uns in die Kinos kommen. Daran erkennt man auch schon, dass del Toro nur schwer in ein Genre zu pressen ist. Er ist Geschichtenerzähler mit dem Hang zum Phantastischen.

Dies darf man auch bei der Fantasy-Horror-Komödie Geometria bestaunen, welche del Toro wahrscheinlich verwirklichte als er Special Effects & Makeup studierte. In diesem Film darf Guillermos Mutter Guadalupe del Toro die Hauptrolle spielen. Der Film handelt von der immensen Bedeutung von Geometrie bei der Bekämpfung von Dämonen. Was denn auch sonst?

4. Stalk of the Celery Monster (1979) von Tim Burton

Von Tim Burtons früher Schaffensphase kennt man vor allem seine Kurzfilme Vincent und Frankenweenie. Zuvor animierte er jedoch schon während seines Studiums am California Institute of the Arts studierte den Kurzfilm Stalk of the Celery Monster. Schon in diesem kleinen Zahnarzt-Horror erkennt man viele von Burtons späteren stilistischen Merkmalen.

Dieser und ähnliche Kurzfilme waren es schlussendlich auch die Disney so sehr beeindruckten, um ihm ein Praktikum in deren Studios anzubieten, wo er zum Beispiel am wohl düstersten aller Disney-Zeichentrickfilme, Taran und der Zauberkessel, mitwirkte.

3. Six Men Getting Sick (1966) von David Lynch

Lynch besuchte die Pennsylvania Academy of Fine Arts, wo er diesen surrealen Kurzfilm drehte. Lynch selbst beschrieb sein Werk als 57 Sekunden Wachstum und Feuer und 3 Sekunden Kotze.

Hierbei ist wohl auch weniger von einem Kurzfilm, denn von einer Kunst-Installation zu sprechen, welche dem Publikum Fragen aufgibt und zu eigenen Interpretationen einlädt. Diese Form der Verstörung und Provokation, im Sinne von Anregung, haben Lynchs Schaffen auch in Zukunft begleitet und uns Meisterwerke wie Eraserhead, Lost Highway oder Mulholland Drive beschert.

2. Within the Woods (1978) von Sam Raimi

Bevor Raimi mit Tanz der Teufel einen Kultklassiker erschuf, drehte er während seiner Collegezeit die Blaupause für seinen späteren Hit. Auch hier gibt es schon eine frühe Performance von Bruce Campbell zu sehen. Sofern man auf Grund der leider schlechten Qualität überhaupt was erkennen kann.

1. Groping (1980) von Alex Proyas

Alex Proyas (Dark City, The Crow) war gerade einmal 17 Jahre alt während er diesen Film drehte und an der Australian Film, Television, and Radio School studierte. Inspiriert wurde Proyas durch den Mord an Kitty Genovese, welcher zu trauriger Berühmtheit gelangte, da Nachbarn den Mord untätig verfolgten und so erst geschehen ließen.

Dieses später als „Zuschauereffekt“ oder „Genovese-Syndrom“ benannte psychologische Phänomen verarbeitet Proyas in seinem Kurzfilm. Der Film bekommt durch seine niedrige Bildrate, noch einmal zusätzlich einen befremdlichen Effekt, welche der Atmosphäre sehr zuträglich ist.

Titelbild: David Cronenberg, David Lynch von Georges Biard (CC BY-SA 3.0); Tim Burton von Gage Skidmore (CC BY-SA 3.0)

Florian Halbeisen

2 Kommentare

  • Cooler Artikel! 🙂
    Ich finde es immer extrem spannend wie Personen zu etwas gekommen sind.
    Die Anfänge von den meisten Filmschaffenden verdient einen eigenen Film.

    • Vielen Dank 🙂
      Ja, find ich auch. Vor allem wenn man mit den Werken des jeweiligen Künstlers etwas vertraut ist, ist es auch sehr spannend spätere Eigenheiten in diesen Frühwerken zu erkennen.
      Die Entdeckungsreise hat auf jeden Fall Spaß gemacht 🙂

...und was meinst du?