The Nightmare (2014) – Review

The Nightmare

oder: lähmende Wiederholung als einschläfernde Pseudo-Doku

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:

The Nightmare
USA
91 Minuten
David Ascher

Der reale Schrecken der Schlafparalyse

Nachdem ich mir vor kurzem The Shadow Man angeschaut habe, welcher mich zwar nicht ganz überzeugen konnte, aber mir zumindest das Phänomen der Schattenwesen in Zusammenhang mit Schlafparalyse zurück ins Gedächtnis rief, fiel mir auch ein, dass schon seit längerem The Nightmare auf meiner Netflix-Warteliste auf eine Sichtung wartet. Es bot sich nun also an die thematisch gleich gelagerte Doku sogleich nachzuschießen.

In The Nightmare interviewt Rodney Ascher (Room 237) acht Personen, die an Schlafparalyse leiden.

Wie schon in The Shadow Man beschrieben, handelt es sich bei Schlafparalyse um eine natürliche Schutzfunktion unseres Körpers, die unsere Skelettmuskulatur während des Schlafes lähmt, damit wir nicht versehentlich aus dem Fenster springen oder die Nachbarskatze fressen.  Beim Aufwachen verschwindet diese im Normalfall sofort, es kann aber zum Leid der Betroffenen vorkommen, dass dem nicht so ist und dieser gelähmte Zustand bei vollem Bewusstsein erfahren wird.

Sinnfreie Pseudo-Doku mit Horrorelementen

Hat Ascher in Room 237, welcher sich Kubricks Shining annahm, schon bewiesen, dass er unter einer Doku die unreflektierte Aneinanderreihung von Verschwörungstheorien versteht, geht dies in The Nightmare munter so weiter. Wer sich hiervon einen dokumentarischen Mehrwert erwartet oder sogar irgendwas über Schlafparalyse und das hin und wieder damit auftretende Phänomen von Schattenwesen lernen will, der ist hier vollkommen falsch.

Der einzige Zweck von Aschers Pseudo-Doku ist die Nachstellung von Erfahrungen der Betroffenen mit Schlafparalyse beziehungsweise deren Albträume. Handwerklich kann man Ascher hier auch keinen Vorwurf machen. Die im Horrorstil gedrehten Sequenzen sehen toll aus und man wird sogar mit verfremdeten Stimmen und Jump Scares beliefert, sodass man hin und wieder vergessen könnte, dass es sich hierbei um eine Dokumentation handelt – oder zumindest entfernt ähnliches.

Diese Sequenzen nehmen schon einmal einen überwiegenden Großteil der rund 90-minütigen Laufzeit ein. Dazwischen kommen dann noch Interviews, die bevorzugt in halbdunklen Räumen abgehalten werden. Was natürlich einleuchtet, denn Horrorfilme bei Tag sind ja nur halb so gruselig. Dies trifft wohl auf Grusel-Dokus auch zu. Alles was Ascher auf den Bildschirm bringt, dient allein dazu eine gruselige Stimmung zu erzeugen.

Dementsprechend kommt auch niemand außer den acht Betroffenen zu Wort. Diese dürfen sich dann über die Inkompetenz von MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen auslassen. Hier zeigt sich Aschers Stil, der in keinster Weise aufzuklären versucht, sondern ganz im Gegenteil den mysteriösen, unerklärlichen Flair des Phänomens um jeden Preis beibehalten will – da würden Menschen, die sich wissenschaftlich mit diesen Phänomenen auseinandersetzen natürlich nur stören, versteht sich wohl von selbst.

Ascher nutzt somit ein für die Betroffenes sehr beängstigendes Phänomen, um seine kleine Geisterbahn zu bauen, die in ihrer stetigen Wiederholung leider auch sehr schnell sehr einschläfernd wirkt. Dies ist der einzige Weg auf dem sich Ascher der Schlafparalyse nähert, eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Thema ist ihm vollkommen fremd. So bleibt am Ende eine sinnfreie Pseudodoku mit ein paar Horrorelementen.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
Atmosphärerating1_5
Gewalt Rating: 0 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story rating0_5

Bildquelle: The Nightmare © Polyband

Florian Halbeisen
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