Sadako vs. Kayako (2016) – Review
oder: japanisches Geister-Schlammcatchen.
Originaltitel: |
Sadako vs. Kayako Japan 98 Minuten Kôji Shiraishi |
Inhalt
Die größten Ikonen des J-Horrors treffen aufeinander. Sadako aus Ringu und Kayako aus Ju-on. Mehr muss man nicht wissen.
Kritik
Ein Mashup zweier Franchises hat den großen Vorteil, dass man zwei Fanbases auf einmal ansprechen kann, aber dafür den großen Nachteil, dass die Fans beider Filmreihen ziemlich sicher nicht damit zufrieden sein werden. Sadako vs Kayako wird es auch zweifelsfrei gelingen einigen Fans vor den Kopf zu stoßen.
Bevor ich aber zu den Punkten komme, was hier alles eher mäßig funktioniert, gibt es durchaus auch positive Punkte zu erwähnen. Regisseur Kôji Shiraishi tat gut daran eine eher humoristische Herangehensweise zu wählen. Auch wenn die durchaus angespannte Atmosphäre über weite Strecken erhalten bleibt und der Film selten in Albernheiten abdriftet, so ist er doch eine Gratwanderung zwischen Hommage und Parodie, die sich selbst nie zu ernst nimmt. Den Humor bezieht der Film dementsprechend auch hauptsächlich aus seinen vielfach komplett überspitzten Szenen.
Gerade aus der Ausgestaltung der Charaktere, die zum Teil reine Karikaturen darstellen, generiert Sadako vs Kayako einige Lacher. Hier sind der enthusiastische Sadako-Fan Professor Morishige, der Vorlesungen über Urban Myths hält und besonders der absurde Geisterjäger (?) Keizō und sein blindes, sehr junges Medium Tamao, die mich teilweise an eine junge Zelda Rubinstein aus Poltergeist erinnert hat. Die Schauspielleistungen sind dabei genauso over-the-top, wie die Rollen selbst. Mizuki Yamamoto und Aimi Satsukawa spielen ihre Hauptrollen da schon wesentlich bodenständiger, aber ebenfalls auf einem guten Niveau.
Soweit so gut. Die Probleme liegen in erster Linie im Drehbuch begraben. In Sadako vs. Kayako werden über den Großteil der Zeit zwei voneinander unabhängige Geschichten erzählt. Zum einen über das verfluchte Video, wo eindeutig der Fokus liegt, und zum anderen über das verfluchte Haus. Es dauert sehr lange bis die zwei Fäden miteinander verknüpft werden und die Zeit bis dahin ist leider nicht die unterhaltsamste.
In Bezug auf Horror wird in erster Linie auf Jump Scares und im Fall von Kayako auf deren physische Präsenz gesetzt. Die Jump Scares funktionieren leider nur sehr selten im Gegensatz zu Kayako. Denn diese ist creepy as fuck. Also der Punkte geht auf jeden Fall an sie.
Als dann die zwei J-Horror-Ikonen aufeinandertreffen nimmt die Geschichte auch endlich ordentlich Schwung auf und führt zu einem vergnüglichen und durchaus befriedigenden Finale, welches ich an der Stelle natürlich nicht verraten werde.
Wer nicht zu viel erwartet und die beiden Filmreihen mag, kann ruhig mal einen Blick riskieren, ansonsten tut man gut daran den einfach auszulassen.
Bewertung |
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Spannung | |
Atmosphäre | |
Splatter | |
Ekel | |
Story |
Bildquelle: Sadako vs. Kayako © Kadokawa
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