13 Horrorfilme aus dem Krankenhaus, die ihr gesehen haben solltet!

Krankenhaus

3. Nightmare III – Freddy Krueger lebt (1987)

Die junge Kristen Parker (Patricia Arquette, Stigmata) hat scheinbar versucht, sich das Leben zu nehmen, und wird in eine psychiatrische Klinik gesteckt. Was ihr niemand glauben möchte: Eine merkwürdig entstellte Figur hat es in ihren Träumen auf ihr Leben abgesehen und auch die anderen Insassen der Klinik werden von ähnlichen seltsamen Albträumen geplagt. Erst als Nancy Thompson (Heather Langenkamp, Nightmare – Mörderische Träume) eine neue Stelle in der Klinik übernimmt, finden die Jugendlichen jemanden, der ihnen glaubt – und ihnen hilft, sich in ihren Albträumen gegen den Mann mit dem Klingenhandschuh zur Wehr zu setzen.

Dass der dritte Teil der Nightmare-on-Elm-Street-Reihe dem Erstling in nichts nachsteht, liegt nicht zuletzt an seinem außergewöhnlich gut in Szene gesetzten Setting. Die Verortung der Handlung in einer psychiatrischen Klinik erzeugt das Gefühl einer schutzlosen Verletzlichkeit, die das Bangen um die Figuren deutlich verstärkt. Hilfe von innen können sie nicht erwarten – die sture Oberärztin tut stets ihr Bestes, den jungen Patienten das Leben so schwierig wie möglich zu machen – und einen rettenden Ausweg gibt es nicht. Die Gruppendynamik und die Chemie der Jugendlichen untereinander ist so effektiv, dass es eine wahre Freude ist ihnen zuzusehen, wie sie sich gemeinsam als Gruppe gegen Freddy Krueger zur Wehr setzen – und umso schmerzvoller ist es, wenn es jemand von ihnen nicht schafft.

Die eingestreute Hintergrundgeschichte, Freddys Mutter war Pflegerin in derselben Klinik und ist von hunderten Insassen vergewaltigt und mit Freddy geschwängert worden, gibt dem Film zudem eine äußerst tragische Reichweite. Nicht nur wird das für gewöhnlich seelische Heilung versprechende Setting für die Jugendlichen zu einem Ort voller Verzweiflung und Todesangst, sondern es sorgt außerdem für eine ganze Reihe bizarrer, unangenehmer Kills. Nightmare III – Freddy Krueger lebt ist ein Paradebeispiel für das effektive Ausnutzen des eigenen Settings, was ihn nicht nur zu einem der besten Teile des Franchise, sondern auch zu einem der besten Horrorfilme in einem Krankenhaus macht. [Robert]

2. A Cure for Wellness (2016)

In zwielichtige Geschäfte verstrickt erhält der Bankangestellte Lockhart (Dane DeHaan, Valerian – Die Stadt der tausend Planeten) von oberster Stelle einen Sonderauftrag. Er soll Firmenboss Pembroke in einem Schweizer Resort aufspüren und auf schnellstem Wege zurück nach New York geleiten. Lockhart begibt sich seine Karrierechance witternd und erfolgsgewiss auf die Reise. Seine Mission erweist sich allerdings als vertrackter als angenommen, denn nach einem Wildunfall wird er selbst zum Patienten in Dr. Heinreich Volmers (Jason Isaacs, Event Horizon) Institut, wo ihm nicht nur die betörende Hannah (Mia Goth, X) Rätsel aufgibt. Erst als der Feuerwalzer erklingt, ist die Wahrheit um die Wassertherapien zum Greifen nah.

Dank der ausgesuchten Locations sowie stimmigen Filmsets gehört A Cure for Wellness zu den visuell berauschendsten Vertretern auf dieser Liste. Besonders interessant ist hierbei die Innengestaltung des Hauses, welche zunehmend ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und Ohnmacht hervorruft. Die kaum nachvollziehbaren, labyrinthartig angelegten Machtstrukturen im Institut scheinen Franz Kafkas an Absurdität reichem Roman ‚Der Prozess‘ entsprungen. Lockhart erfährt folglich einen beängstigenden Kontrollverlust.

Der zu großen Teilen in Deutschland gedrehte, bis in die letzte Nebenrolle (kauzig als Barkeeper: Michael Mendl) stark besetzte Sanatorium-Grusler musste bei seinem Erscheinen einiges an Kritik einstecken. Dabei suchte Regisseur Gore Verbinski seine Arbeiten nie allein nach dem Geschmack der Massen aus, weswegen Flops wie der Neo-Western The Lone Ranger schier unvermeidlich waren. Mit A Cure for Wellness erschufen Verbinski und Drehbuchschreiber Justin Haythe eine moderne wie makabre Zauberberg-Variation, die Thomas Mann gewiss geschmeichelt hätte. Vor allem für Gothic-Fans dürfte sich die von Benjamin Wallfisch stimmungsvoll untermalte Gipfel-Reise (mit dem von Mirel Wagner gesungenen Ramones-Cover „I wanna be sedated“ als Titellied) abseits der ausgetretenen Pfade allemal lohnen. Wen Tempoabfälle zugunsten kafkaesker Sequenzen wenig abschrecken, findet in den Schweizer Alpen bestimmt ihr oder sein blaues Schauer-Wunder. [Michaela]

1. Shutter Island (2010)

Der US Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio, The Revenant) soll das Mysterium um das Verschwinden einer Insassin lösen, die in der Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher*innen Shutter Island Ashcroft Hospital untergebracht ist. Niemand kann erklären, wie sie von dort verschwinden konnte, denn Shutter Island ist quasi isoliert, ein Gefängnis auf einer Insel mit einer Fähre als einziger Kontakt zur Außenwelt. Wie konnte die Mörderin trotz ständiger Beobachtung entkommen? Und welches Geheimnis birgt das abgeschottete Gebiet rund um den abseitig gelegenen Leuchtturm?

In Shutter Island beginnt das Grauen von Regisseur Martin Scorsese (Kap der Angst) bereits bei der Kulisse. Eine einsame Insel, deren einzige Bewohner*innen geistig abnorme Verbrecher*innen und das sie bewachende und/oder pflegende Personal sind. Abseits der realen, alltäglichen Welt bietet die dunkle, verwinkelte Anlage den Raum für einen in sich geschlossenen Mikrokosmos, der natürlich trotz zahlreicher Beteuerungen des Direktor von Ashcroft Dr. Crawley (Ben Kingsley, Species) zur aktiven Mitarbeit auch einen US-Marshall vor Herausforderungen stellt. Jede Antwort, die Teddy und sein neuer Partner Chuck (Mark Ruffalo, Zodiac) finden, wirft nur weitere Fragen auf. Teddy und die Zuschauer*innen begleitet zudem stetig das Gefühl nicht allein zu sein, beobachtet und kritisch beäugt zu werden. Doch nicht nur das Gelände schafft ein Gefühl einer kleinen Parallelwelt. Der Marshall selbst kämpft nicht nur mit halbgaren Aussagen, sondern auch mit eigenen Flashbacks seiner Zeit beim Militär und Halluzinationen seiner kürzlich verstorbenen Frau. Diese werden häufiger und realer, je mehr Zeit er in Ashcroft verbringt. Er ist äußerst skeptisch, was die angeblich modernen, nicht-invasiven Behandlungsmethoden betrifft und vermutet dahinter unethische Versuche an Menschen. Die Patient*innen auf der Insel mögen Furchtbares getan haben aber hier sind sie, ausgeschlossen und abgeschottet von der Gesellschaft, dem medizinischen Personal auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Weit weg vom Alltag fragt niemand danach was mit den Insass*innen passiert.

So gelingt es Scorsese mit Shutter Island, einen Sog des Wahns zu erzeugen, bei dem man schnell selbst nicht mehr weiß, was Einbildung und was Realität ist. [Heike]


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