Blair Witch (2019) – Game-Review

Szene aus dem Spiel Blair Witch

Bereits 2019 veröffentlichte Lionsgate Games das vom Entwickler Bloober Team kreierte Spiel zu Blair Witch. Wir haben uns in den Black Hills Forest begeben, um das Lebkuchenhaus der Hexe zu finden. Ob sich die Suche gelohnt hat, erfahrt ihr hier.

Originaltitel: Blair Witch
Entwickler: Bloober Team
Genre: Survival Horror
Spielerzahl: Singleplayer
Plattform: PC, Playstation 4, Xbox, Nintendo Switch
VÖ: 30. August 2019

Inhalt

Der traumatisierte Ex-Marine Ellis macht sich auf in den Black Hills Forest, nahe Burkittsville in Maryland, um der Polizei beim Verschwinden eines kleinen Jungen zu helfen. Kaum angekommen sieht er sich nicht nur mit dem unheimlichen Wald, sondern auch mit seinem Trauma und seiner beschädigten Beziehung zu Freundin Jess konfrontiert. Mit Hund Bullet an seiner Seite macht er sich auf in den düsteren Wald, in dem schon bald darauf unerklärliche Dinge passieren. Die Realität verändert sich, überall findet er Fotos weiterer Vermisster und bald darauf entdeckt er ein furchtbares Geheimnis und muss sich auch dem wieder aufkeimenden unterdrückten Schrecken eines vergangenen Krieges stellen.

Gameplay

Das Spiel startet mit einer Einführungssequenz, in der wir Ellis näher kennenlernen und dessen Beweggründe für die Hilfe bei der Suche erfahren. Am Waldrand angekommen, verpassen wir Hund Bullet ein benutzerdefiniertes Aussehen ganz nach unserem Geschmack, ehe es in der First-Person-Perspektive auch schon los geht. Wir können Ellis weitgehend frei durch den – in Kapitel unterteilten – Black Hills Forest bewegen. Einzelne Waldabschnitte bilden diese Kapitel und innerhalb derer kann man sich auf die Suche nach Hinweisen machen oder muss einfache bis mittelschwere Rätsel lösen, um den nächsten Abschnitt zu erreichen.

Blair Witch

Gegner

Kämpfe gegen Gegner kommen so gut wie nicht vor, jedoch gibt es an wenigen Stellen im Spiel einzelne Konfrontationen, in denen es aber ähnlich wie im Survival-Spiel „Outlast“ eher darum geht, nicht entdeckt zu werden. Sollte ein Bösewicht doch mal angreifen, können wir diese lichtscheuen Phantome mit unserer Taschenlampe in die Flucht schlagen.

Rätsel

Kern des Gameplays ist es jedoch, Hinweise und Videokassetten zu finden. Diese sind in Baumstümpfen und Laubhaufen versteckt oder können sich in verlassenen Zeltlagern sowie heruntergekommenen Gebäuden befinden. Diese Videokassetten enthalten Szenen von Morden, Entführungen oder Ritualen. Durch das Vor- und Zurückspulen mit unserem Camcorder werden uns verborgene Gegenstände oder Wege offenbart. Es scheint, als besitzt unser Gerät eine Verbindung in eine andere Dimension oder wurde von der Hexe selbst verflucht, da in Verbindung mit den Videos auch stets eine weibliche Stimme einher geht. Die Rätsel bewegen sich dabei stets auf einem machbarem und fairen Level. Mit all diesen Rätselspielen und investigativem Vorgehen kommen wir nicht nur in der Geschichte voran, das Spiel zieht auch, je größer der Fortschritt ist, die beklemmende Atmosphäre und den Terror deutlich an. Bullet solltet ihr dabei sehr gut behandeln, denn auch er kann Hinwiese erschnüffeln oder Orte erreichen, die für einen Menschen zu eng sind. Außerdem beeinflusst ihr sein Schicksal, je nachdem wie ihr mit ihm umgeht.

Blair Witch

Kritik

„Blair Witch“ bietet ein packendes Horrorabenteuer, wenn man sich auf die recht quirlige Aufmachung einlässt. Gerade die finalen Kapitel sind eine Tour de Force des Wahnsinns. Das Haus der Hexe ist einer der gruseligsten Videospiel-Orte, die ich je erleben durfte und sorgt für nassgeschwitzte T-Shirts, wenn ihr es überstanden habt. Um das Erlebnis abzurunden, bedarf es natürlich der entsprechenden technischen Voraussetzungen. Grafisch ist das Spiel auf einem Recht aktuellen Stand, der Black Hills Forest sah nie furchteinflößender aus. Bäume wirken wie Gestalten, die euch beobachten, die Wettereffekte sehen realistisch aus und auch die Lost Places, die ihr entdeckt, möchtet ihr eigentlich lieber nicht betreten. Um sich dem Horror komplett auszusetzen, empfehle ich unbedingt die Nutzung eines Headsets, damit der Wald auch akustisch seine volle Wirkung entfalten kann. Es knackt im Geäst, Bäume jauchzen im Wind oder die Stimme der Blair-Hexe flüstert euch hypnotisierend ins Ohr und führt euch in Versuchung. Einzig die schwankende Spielzeit einzelner Kapitel und die insgesamt eher kurze Laufzeit von rund sechs Stunden könnte man diesem Spiel ankreiden. Darüber hinaus gibt es zwei bis drei etwas frustrierende Stellen, die sich, sollte man sich nicht mit allergrößter Vorsicht fortbewegen, als überaus strapaziös erweisen.

Blair Witch

Fazit

„Blair Witch“ bietet nicht nur neuen Spielern ein gelungenes weiteres Kapitel im Blair-Witch-Kosmos, sondern kann auch erfahrene Spieler das Fürchten lehren. Das überaus gelungene Kapiteldesign, die bombastische Atmosphäre und die intensiven letzten drei Kapitel machen „Blair Witch“ zu einem Fest für Fans, Hexen und Verfluchte.

 

Bewertung

Grafik Rating: 3 von 5
Atmosphäre Rating: 5 von 5
Story  rating4_5
Gameplay  rating3_5
Schwierigkeit  Rating: 3 von 5
Gesamtwertung Rating: 4 von 5

Bildquelle: Blair Witch © Lionsgate

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