Interview mit Filmwissenschaftlerin Alison Peirse (Teil 3 von 3)

Alison Peirse

Wir hatten im Zuge des letzten /slash Filmfestivals in Wien das Vergnügen ein Interview mit der britischen Horrorexpertin Alison Peirse zu führen, die beim Festival die Female-Terror-Schiene kuratierte. Dementsprechend drehte sich unser Gespräch auch in erster Linie um Frauen im Horrorgenre.

Peirse ist Dozentin für Film und Medien an der University of Leeds mit dem Schwerpunkt Horror. Sie hat bislang vier Bücher geschrieben, die Veröffentlichung des Neuesten folgt im September diesen Jahres und trägt den Titel „Women Make Horror: Filmmaking, Feminism, Genre“.

Hier gelangt ihr zum ersten Teil des Interviews und hier zum zweiten Teil.

Im zweiten Teil unseres Interviews waren wir gerade dabei über Rape-Revenge-Filme zu sprechen und genau dort werden wir jetzt auch wieder ansetzen. Wir wünschen viel Spaß!


Was hältst du allgemein von Rape-Revenge-Filmen?

Es ist ziemlich kompliziert. Es ist kein Genre, das mich persönlich anspricht. Von all den Dingen, die wir in allen Arten von Filmen sehen, ist Vergewaltigung etwas, das ich am wenigsten sehen möchte. Selbst wenn es sich praktisch außerhalb der Leinwand abspielt oder nur am Rande, ist es etwas, das ich total schrecklich finde. Darum ist es so überhaupt nichts für mich. Aber es gibt viele Arbeiten und Auseinandersetzungen darüber, was das Genre den ZuschauerInnen geben und wie es von Menschen interpretiert oder vom Publikum aufgenommen werden kann. Die Leute auf der einen Seite der Debatte werden möglicherweise argumentieren, dass Rape/Revenge schrecklich ist, denn wir werden einem Film ausgesetzt, in dem eine Frau brutal und sexualisiert attackiert wird und im Publikum werden Leute sitzen, die sowas wirklich anmacht und die darauf stehen, wenn eine Frau auf diese Weise zerstört wird und das sei grauenhaft. Und dann auf der anderen Seite sind Leute, die sagen „Ja, sie erleidet das und es ist schrecklich, aber im Rest des Films geht es darum, dass sie knallhart ist und ihre Peiniger alle umbringt.“ Es kann viel Vergnügen bereiten, einer Frau dabei zuzusehen, wie sie von derartigem zurückkommt, auf ihrem Weg viele Männer zerstört und sie dafür büßen lässt, was sie getan haben. Es gibt viele Herangehensweisen, aber es ist ein Genre, das ich äußerst schwierig finde und darum sind auch Filme wie Das Grauen aus der Tiefe für mich äußerst schwierig. Ich denke trotzdem, dass es wichtig ist, diese Filme zu diskutieren und sie nicht einfach zu verstecken, nur weil sie schwierig sind. Und es gibt keine einfache Lösung.

Alison Peirse

US-Filmplakat zu „The Slumber Party Massacre“ © New World Pictures

Als ich im Foyer des Metro Kinos (Anm.: eine der Spielstätten des /slash Filmfestivals) war, habe ich zwei Personen reden gehört, ich denke sie waren AmerikanerInnen, denn sie haben Englisch gesprochen, als sie sich die Poster von The Slumber Party Massacre und Das Grauen aus der Tiefe angesehen haben. Und die Frau hat in etwa gesagt “Das ist abscheulich”, „Schau dir all diese Frauen mit ihren Brüsten an, ich kann nicht glauben wie das Programm hier ist. Wie kann das feministisch sein? Und schau dir das an, werden wir je etwas haben, in dem alle Männer ihre Penisse auspacken im Gegenzug? Das ist schrecklich, ich kann das nicht glauben!“ Und ich verstehe diese Sichtweise, denn zum Beispiel das Poster zu The Slumber Party Massacre besteht aus all diesen Mädchen mit ihren Brüsten zwischen den Beinen eines Mannes und er hat sein phallisches Machtwerkzeug. Aber nur weil ein Film problematisch für manche Menschen ist oder schwierige Fragen aufwirft oder diese nicht in die gesellschaftliche Kultur passt, wie wir heute über Geschlechter denken, heißt das nicht, dass wir diese ignorieren sollten. Wir können Geschichte(n) nicht nur danach beurteilen, was in 2019 politisch korrekt ist. Denn die Filme, die wir heute in 2019 machen, werden in 20 oder 30 Jahren von KritikerInnen gesehen, die sich dann denken „Oh mein Gott, ich kann nicht glauben, dass sie das gemacht haben, das ist furchtbar.“ Wir können Geschichte nicht einfach danach umschreiben, was uns jetzt richtig oder passend erscheint.

Wir sollten aufmerksam sein für all die verschiedenen Arten von Filmen, die gemacht wurden. Es gibt Frauen, die wollen in Rape/Revenge arbeiten und die überzeugt sind, etwas zu sagen zu haben. Und sie sollten es tun dürfen. Ich denke ein Problem, mit dem Filmemacherinnen konfrontiert werden, ist, weil es weniger von ihnen im Horrorfilm gibt, dass von ihnen erwartet wird, so viel besser zu sein als männliche Filmemacher. Wenn du dir einen Horrorfilm ansiehst und er ist schlecht, denkst du dir, es ist halt ein schlechter Horrorfilm. Wenn eine Frau einen schlechten Horrorfilm macht, heißt es gleich, Frauen können keine Horrorfilme machen. Weißt du, was ich meine. Sie sollten es dann gar nicht erst versuchen. Sie bekommen also diese extra Bürde auferlegt, die total unfair ist.

Ich bin selbst nicht der größte Fan von Rape-Revenge-Filmen. Revenge fand ich wie gesagt sehr gelungen, wie auch Irreversibel von Gaspar Noé, da er das Genre dekonstruiert und ich das sehr spannend finde.

Ein anderer Film, der echt schwer zu schauen ist.

Es ist einer dieser Filme, bei denen ich froh bin, ihn gesehen zu haben, denn es ist ein großartiger Film, aber er ist auch so niederschmetternd, dass ich mich dem nicht oft aussetzen will.

Es hat eben jeder seinen eigenen Geschmack was Horror betrifft und ich bevorzuge definitiv den unterhaltsamen, mit einer starken Story und mit einem klaren Ende. Dinge, die mich am Ende traurig und dreckig fühlen lassen, sind nicht so meine persönliche Präferenz.

Ich glaube, gerade im Horrorgenre kann es auch sehr befreiend sein: so etwas zu machen, zu schreiben und zu sehen.

Alison PeirseDie Kritikerin Kier-La Janisse hat ein Buch darüber geschrieben: „The House of Psychotic Women: An Autobiographical Topography of Female Neurosis in Horror and Exploitation Films“. Sie ist eine amerikanische Kritikerin mit Schwerpunkt Horror. Ich schaue Horror, um unterhalten zu werden, ich liebe es, mich zu fürchten, und für mich ist Horror wie eine Achterbahn. Es geht auf und ab, ich mag ein gutes Ende und freue mich, wenn alles abgeschlossen ist. Indessen spricht Kier-La Janisse davon, dass sie eher die düsteren kathartischen Filme bevorzugt. Für sie ist ein guter Horror einer, der sie komplett verstört. Er mag sie zum Weinen bringen, sie reinigen und sie am Ende ausgelaugt zurück lassen. Aber das ist, was ihr gefällt. Und sie nimmt es als Fan, als Kritikerin und als Frau war. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, jeder findet etwas anderes im Horror. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn du als Frau sagst du magst Horror, dann heißt es gleich „Was stimmt mit dir nicht?“ Und dann denkst du, du musst dich rechtfertigen, so viel mehr als wenn du Comedy oder Actionfilme magst. Es ist diese Annahme, dass Horror sehr frauenfeindlich ist und warum würdest du dir als Frau ansehen wollen, wie andere Frauen auf der Leinwand Gewalt erfahren. Aber so ist es ja überhaupt nicht. Und wie es auch für Filmemacherinnen nicht die eine Art gibt, Horrorfilme zu machen, gibt es nicht die eine Art für Fans daraus etwas für sich zu gewinnen. Ich denke Kier-La Janisse und ich haben sehr unterschiedliche Erwartungen an Horrorfilme aber deswegen ist nicht eine richtiger als die andere.

Um zu etwas komplett anderem zu kommen. Kennst du den Bechdel-Test?

Ja, meine Studierenden schreiben immer darüber. Es ist quasi die Antwort zur Frage nach Geschlechtern im Film. Es heißt nun schlicht „Mach den Bechdel-Test“ und ich denke mir „Nun gut, auf ein Neues.“

Inwiefern denkst du, beeinflusst es die Qualität eines Films, wenn er den Bechdel-Test nicht besteht?

Da ging es darum, wenn zwei Frauen miteinander über etwas anderes als Männer sprechen. Und sie haben Namen. Und sie sind weder Frau noch Freundin und nicht verwandt. Ok. Ich denke, er ist nützlich und etwas, das meine Studierenden die Filme machen – denn ich unterrichte ein Programm für Filmschaffende – gerne nutzen, um sich dessen bewusst zu werden und darüber nachzudenken. Selbst wenn man glaubt 18- oder 19-jährige hätten für solche Fragen eine Sensibilität und politischen Sachverstand, das scheint oberflächlich so zu sein, aber darunter, wenn es darum geht Drehbücher zu schreiben, sind sie überraschend altmodisch und konservativ. Dann sind Frauen nörgelnde Mütter oder nervige Freundinnen. Darum denke ich, ist der Bechdel-Test ein Konzept, dass sehr nützlich sein kann, insbesondere für neue Filmschaffende, damit sie darüber nachdenken, welche Geschichten sie erzählen wollen. Oder ich werde sie fragen „Hey, sie sagt überhaupt nichts und da ist sie einfach nackt, das ist nicht wirklich cool, oder?“ Es ist sehr sinnvoll für sie. In Bezug auf mein Sehvergnügen oder die Drehbücher, die ich schreibe, ist es jedoch nichts, worüber ich nachdenke. Mich interessieren vor allem gut geschriebene Charaktere, egal ob Männer oder Frauen. Ich könnte mir einen Film mit einem rein männlichen Cast, der vielleicht von einer Frau inszeniert wurde, ansehen, das wäre in Ordnung. Das wäre kein Problem für mich. Ich könnte mir einen rein weiblichen Cast ansehen, der von einem Mann inszeniert wurde. So etwa wie in Der Hexenclub. Das wäre auch kein Problem. Als Prinzip für Menschen, die Geschichten erzählen oder zur Analyse von Filmen kann es sehr hilfreich sein, aber in meiner eigenen Praxis würde ich hoffen, dass jeder Charakter in einem Drehbuch, das ich schreibe, einen guten Grund hat, darin vorzukommen und viel zu sagen hat. Es ist also nichts, das ich in meiner Praxis verwende.

Hast du ein Lieblings-Horrorfilm-Monster oder -Bösewicht?

Oh, das ist schwierig. Ich weiß nicht. Ich könnte etwas über meine Lieblings-Horrorfilme erzählen, wenn das hilft, die nicht unbedingt alle von Frauen sind. Es gibt da einen Film aus den 1949ern, der The Seventh Victim heißt. Der ist aus der RKO-Reihe von Val Lewton, die ich großartig finde. Ich denke er spielt in New York, ist sehr sonderbar und düster, viel düsterer als andere Horrorfilme der 40er und sehr psychologisch. Ich liebe The Seventh Victim. Der Fluch des Dämonen ist ein Horrorfilm aus den 50ern, den ich vergöttere. Er hat eine ganze Sequenz, die in einer britischen Bibliothek spielt, umgeben von Büchern. Auch wieder ein übernatürlicher Film. Das liebe ich total. Ich habe eine besondere Schwäche für Friedhof der Kuscheltiere, der gestern auf dem /slash Filmfestival lief, von Mary Lambert. Stephen King hat das Drehbuch geschrieben und es ist wirklich over-the-top. Mary Lambert hat die Regie übernommen, die Erfahrung beim Dreh von Musikvideos hatte, und die Regie ist ebenfalls so over-the-top. Das beides wirkt so gut zusammen.

Alison Peirse

Stephen King und Mary Lambert (Friedhof der Kuscheltiere) © Paramount

Was hältst du von der Neuverfilmung von Friedhof der Kuscheltiere?

Ich habe es nicht gesehen. Ich kenne das Original, darum brauche ich das Remake nicht. Jemand hat mich gestern gefragt, was ich über das Suspiria-Remake denke und ich hab gesagt, dass ich es nicht gesehen habe. Ich habe das Original gesehen, mehr brauche ich nicht. Und sie sagten „Du verpasst etwas.“ Ich werde ihn mir also nach dem Festival ansehen.

Und ich liebe Poison Ivy – Die tödliche Umarmung von Katt Shea von 1992. Es ist wie ein Horror-Thriller-Crossover. Ich mag einiges, das sich um Häuslichkeit und Familienbeziehungen dreht, wenn eine Familie zerbricht. Also Poison Ivy – Die tödliche Umarmung ist ein weiterer meiner Favoriten.

Von den aktuelleren Filmen denke ich Hereditary – Das Vermächtnis war sehr interessant, aber hat einige Mängel in Bezug auf die Erzählung. Ich denke, er ist nicht ganz durchdacht, er hatte eine sehr düstere erste Hälfte und dann passiert nichts. Und plötzlich drehen alle durch in der zweiten Hälfte. Aber ich denke nicht, dass alles, was in der ersten Hälfte angerissen wurde, in der zweiten Hälfte auch entsprechend befriedigend zu Ende geführt wurde. Selbst wenn es wirklich furchteinflößend war, ich hätte gern eine besser ausgearbeitete Story gehabt.

Und ich überlege noch, welches Filmmonster ich mag. Der Kopf ist plötzlich leer, wenn man so etwas gefragt wird. Oh und Tanz der toten Seelen ist ein weiterer Favorit. Er entspricht der Art von Horror, die ich mag, sehr schaurig und verworren und seltsam.

Carnival of Souls

Szene aus Tanz der toten Seelen

Gibt es ein paar recht unbekannte oder unterschätzte Filme, die du unseren LeserInnen besonders empfehlen würdest?

Tanz der toten Seelen. Den kennen viele nicht. Der Fluch des Dämonen. Night of the Eagle ist auch sehr interessant. Es ist ein weiterer von Männern gemachter Film, der eigentlich von Frauen und Hexenkunst handelt. Es geht darin um einen Akademiker, aber alle spannenden Personen darin sind Frauen. Sie sind es, die all das verrückte Zeug machen.

Weitere unterschätzte Filme, die von Frauen gemacht wurden:

  • Blood Sabbath (1972, Regie Brianne Murphy)
  • Horror-Baby (1980, Regie & Produzentin von Gabrielle Beaumont, UK)
  • A Night to Dismember (1983, Regie & Produzentin Doris Wishman, Autorin Judy J. Kushner, USA)
  • Blood Diner (1987, Regie Jackie Kong, USA)
  • Celia – Eine Welt zerbricht (1989, Regie und Autorin Ann Turner, Australia)
  • Mirror Mirror (1990, Regie Marina Sargenti, Autorinnen Annette & Gina Cascone, USA)
  • Poison Ivy – Die tödliche Umarmung (1992, Regie & Co-Autorin Katt Shea, Drehbuch Melissa Goddard, USA)
  • beDevil (1993, Regie und Autorin Tracey Moffatt, Produzentin Carol Hughes, Australia)
  • Eko Eko Azaraku / Eko Eko Arazak: Wizard of Darkness (1995, Shimako Sato, Japan)
  • Organ (1996, Regie & Autorin & Kamera Kei Fujiwara, Japan)
  • The Uninvited (2003, Regie Lee Soo-youn, South Korea)
  • Lyle (2014, Regie & Autorin Stewart Thorndike, USA)

Bonus: 28 Horrorfilme schwarzer Regisseurinnen

Was hast du bisher auf dem /slash gesehen?

Gestern habe ich mir  Eat Brains Love angeschaut. Und wie gesagt, so wie ich alle Arten von geisterhaftem und übernatürlichem und altem Horror mag, mag ich auch wirklich Horror Comedy. Filme wie Eat Brains Love oder Prevenge von Alice Lowe, diese schwarzen Komödien machen wirklich Spaß. Das ist definitiv Horror, den ich mag. Also ich habe Eat Brains Love gesehen und werde mir heute Extra Ordinary anschauen, von dem ich glaube, dass der fantastisch sein wird. Ich wollte sehr gern Satanic Panic anschauen, der später die Woche läuft, doch da fliege ich bereits nach Hause und werde ihn leider verpassen. Aber ich werde sichergehen, dass ich den bald irgendwo bekomme, sobald ich Zuhause bin, denn auf den freue ich mich sehr. Der klingt super interessant.

Es war ein großes Vergnügen mit dir zu sprechen.

Danke!

Die Zeit ist verflogen. Es waren so viele spannende Themen und es war sehr interessant mehr über Frauen in Horrorfilmen und deine Arbeit zu erfahren.

Ich versuche da ausgewogen und bedacht zu sein, nicht nur „Los Frauen! Männer sind schlecht!“. Das ist nicht hilfreich und es gibt keinen Grund all die guten Männer auszuschließen, die Horrorfilme machen. Und ich bemühe mich reflexartige Aussagen zu vermeiden wie „Frauen sind super, wir lieben alle einander, wir sind feministisch und Männer sind furchtbar und darum sollten wir Horrorfilme machen dürfen.“ Das hilft niemandem. Ich möchte gern inklusiv und rücksichtsvoll sein. Die Mehrheit des Publikums beim KURJA POLT in Ljubljana war männlich und ich kann da nicht eine halbe Stunde herum stehen und nur erzählen, dass Männer furchtbar sind. Das ist weder hilfreich, noch wahr. Es soll Menschen lediglich zum Nachdenken anregen. Ich habe mal einen Vortrag über Filmemacherinnen im Horrorfilm in Großbritannien gehalten, bei einer Konferenz in Bristol. Und da kam ein Filmemacher am Ende auf mich zu und meinte „Ich fand deinen Vortrag ein bisschen unangenehm.“ Er war nicht aggressiv, er wollte nur reden. Also habe ich ihn gefragt, was er meint und er sagte „Nun, ich fühle mich als sei ich Teil des Problems, denn ich habe letztens einen Horrorfilm gemacht und er handelte von Frauen und hatte eine weibliche Hauptdarstellerin, aber die gesamte Crew bestand aus Männern. Was mache ich nun damit?“ Also habe ich ihm gesagt „Du musst gar nichts damit machen. Aber vielleicht denkst du das nächste Mal beim Zusammenstellen einer Crew darüber nach, dass es eine rein männliche Crew ist. Das ist auch schon etwas. Denk einfach daran, dass rein männliches Filmschaffen nicht der Standard sein muss.“ Wenn es Menschen dazu bringt sich tatsächlich über Geschlechterverteilung Gedanken zu machen, ist das doch auch etwas.

Wenn das Ziel ist die Bandbreite an weiblichen Perspektiven zu zeigen, kann man auch nicht damit beginnen, dass alle Frauen per se toll sind, denn-

-das funktioniert nicht. Es macht keinen Sinn, genau.

Es sollte klar sein, dass man auch die Arbeit von Frauen schlecht finden kann.

Es sollte klar sein, dass man Mensch ist und nicht nur Geschlecht.
Vielen Dank. Das war großartig.


Interview geführt von Heike und Florian
Transkribiert und übersetzt von Heike

Titelbild: Alison Peirse beim /slash Filmfestival © Mercan Sümbültepe

Heike
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