7 Dinge, die ihr über Horrorfilme immer schon wissen wolltet

Fotos von Ed Gein, Henry Lee Lucas, Aileen Wuornos und Jeffrey Dahmer

Ok, ich gebe zu: der Titel ist genauso reißerisch, wie nichtssagend. Nachdem ich in diversen Horror-Gruppen immer auf dieselben Mythen und Gerüchte stoße, wollte ich diese zusammentragen und näher beleuchten. Schlussendlich kam dann jedoch dieses Sammelsurium an Horror-Fakten heraus, welche ich euch hiermit zum Fraß vorwerfe. Mahlzeit!

7. Die Wirren des Castings

Casting

Wenn ich einen Film mit einem Schauspieler oder einer Schauspielerin gewohnt bin, kann ich mir diesen kaum mehr mit einer anderen Person vorstellen. Umso witziger zu erfahren, wer sonst noch so für eine Rolle vorgesehen war.

Bei Kubricks The Shining ging es zum Beispiel ziemlich rund. Für die Rolle der Wendy war Jessica Lange (American Horror Story) im Gespräch und für Jack Robert DeNiro und Robin Williams. Erzeugt für mich ein ganz schräges Bild. Gut, dass es schlussendlich Jack Nicholson geworden ist, welcher übrigens Anthony Hopkins Rolle als Hannibal Lecter hätte übernehmen sollen.

Wirklich schlimm wird es allerdings, wenn ich daran denke, dass Tom Cruise Edward Scissorhands dargestellt hätte oder Eddie Murphy den Candyman. Das führt zu Albträumen.

Im Gegensatz dazu fände ich es sehr reizvoll Christopher Lee in der Rolle des Dr. Loomis in Halloween zu sehen oder Audrey Hepburn als Mutter im Exorzisten.

6. Süße Spezialeffekte

Es gibt viele spannende Fakten rund um Spezialeffekte. So wurde die Blutfontäne aus Johnny Depps Bett in A Nightmare on Elm Street so bewerkstelligt, dass sämtliche Möbel an die Decke geklebt und hunderte von Litern Kunstblut durch ein Loch in der Decke geschüttet wurden. Das Ergebnis ist schwer beeindruckend.

Spezialeffekte können aber eben auch so richtig süß sein, wie zum Beispiel in Alfred Hitchcocks Psycho von 1960 oder in George A. Romeros Die Nacht der lebenden Toten von 1968, wo zur Darstellung von Blut Schokosirup verwendet wurde. In Das Schweigen der Lämmer hat man für die Mottenkokons Süßigkeiten verwendet, sodass falls sich die Schauspieler daran verschlucken sie zumindest was Süßes haben. Omnomnom.

5. Wer Horror macht, muss leiden

Leiden

Bei Horrorfilmen wird gelitten, dies trifft vor allem auf Cast und Crew zu.

Tanz der Teufel: der Drehort war eine seit langem verlassene, in Kuhscheiße getauchte Hütte ohne Strom und fließend Wasser und das in einem der kältesten Winter in Tennessee aller Zeiten. Bei diesen Bedingungen wurde nun bis zu 16h pro Tag gedreht. Da Cast und Crew Großteils aus Amateuren bestand und echtes Glas, echte Munition und echte Kettensägen verwendet wurden, verwundert es auch nicht weiter, dass sich regelmäßig irgendwer verletzte.

Harte Zeiten hatte auch die Crew von Blutgericht in Texas. War bei Tanz der Teufel noch die extreme Kälte ein Problem, war es hier die Hitze mit teilweise über 40°C. Das ist an sich ja schon anstrengend, wenn man jetzt aber noch bedenkt, dass das Haus getränkt war mit echtem Tierblut aus der lokalen Schlachterei und teilweise gut verwesten Kadavern die Art Director Robert Burns aus der Gegend zusammen sammelte, kann man sich ausmalen, was dort für ein Klima herrschte.

Schwer hatte es auch der Cast von The Blair Witch Project, welcher nichts zu essen bekam, damit sie realistischer spielen oder Shelley Duvall, die auf dem Set von The Shining dermaßen gestresst war, dass sie krank wurde und ihr Haar ausfiel.

4. Nach einer wahren Begebenheit

Serial KillerBei Horrorfilmen ist es immer sehr beliebt zu behaupten, dass das Folgende alles total wahr ist. Meistens ist dies auch nicht gelogen, sondern einfach nur sehr großzügig ausgelegt. Es gibt allerdings Horrorfilme, die tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Ein wahrer Quell der Inspiration ist dabei der Serienkiller Ed Gein. Dieser hatte ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter, sammelte Leichenteile und bastelte sich daraus zum Beispiel Gesichtsmasken. Kommt euch irgendwie bekannt vor? Kein Wunder bedienten sich doch 16 Filme an seinen Verbrechen. Darunter Psycho, Das Schweigen der Lämmer, Blutgericht in Texas und Haus der 1000 Leichen. Wer sich für einen Spielfilm interessiert, der etwas näher an den Geschehnissen bleibt, ist aber mit Deranged (1974) und Ed Gein (2000) besser bedient. Daneben gibt es natürlich noch weitere Serienkiller, die es zu cineastischer Prominenz gebracht haben, wie Aileen Wuornos in Monster (2003), Jeffrey Dahmer in Dahmer (2002), John Bunting in Snowtown (2011), Joe Ball in Eaten Alive (1977) und Henry Lee Lucas in Henry: Portrait of a Serial Killer (1986), um nur ein paar Wenige zu nennen.

Neben Serienkillern ist religiöser Fanatismus ebenfalls eine hervorragende Inspiration für Horrorfilme. Zum Beispiel menschenopfernde Kulte wie der von Adolfo de Jess Constanzo, welcher in Borderland (2007) auf Celluloid gebannt wurde. Darüber hinaus natürlich etliche Exorzismen wie jener von Emily Rose (2005), der auf dem deutschen Fall von Anneliese Michel basiert oder selbstverständlich Der Exorzist (1973), der an die Geschichte von Roland Doe von 1949 angelehnt ist.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch Filme, die auf Legenden, Sagen oder Behauptungen beruhen, wie The Amityville Horror (1979) oder The Conjuring (2013) nach Ed und Lorraine Warren, was hier aber selbstverständlich nichts verloren hat.

Abschließend dürfen aber auch nicht die Abgründe fehlen, die sich hinter der Normalität verstecken. Hier kommt man an The Girl Next Door (2007), welcher auf dem Tod von Sylvia Likens durch Gertrude Baniszewski 1965 nicht vorbei.

3. Die tödliche Bedrohung?

Tiere_2

Um ein Bedrohungsszenario entstehen zu lassen, greifen viele Filmemacher auf die Tierwelt zurück, sodass dies sogar als eigenes Subgenre zusammengefasst werden kann. Einige thematisierte Tierarten wie verschiedene Gift-Schlangenarten oder Krokodile sind dabei wirklich für den Menschen höchstgefährlich, bei anderen wird jedoch etwas übertrieben.

So sind zum Beispiel die Bisse von Vogelspinnen oder Taranteln zwar schmerzhaft, aber darüber hinaus komplett harmlos. Im Gegensatz zu den giftigen Kollegen sind Riesenschlangen wie der Python oder die zur Familie der Boas gehörende Anakonda für den Menschen zum großen Teil harmlos. Auch wenn es einzelne Fälle gibt in denen diese Menschen attackiert haben, so sind sie doch meistens eher beliebte Haustiere.

Wenn wir einen Blick ins Wasser wagen, finden wir dort die kleinen Raubfische namens Piranhas. Wir könnten allerdings problemlos zu ihnen ins Wasser steigen, denn diese sind im Normalfall friedlich und wir passen auch nicht wirklich in ihr Beuteschema. Wenn wir etwas weiterschwimmen, treffen wir auf den weißen Hai. Dieser ist mit Sicherheit der Gefährlichste hier in der Liste, aber eben nicht in dem Ausmaß wie manche Filme es suggerieren. Haiangriffe sind relativ selten und wenn sie passieren meist auch nicht tödlich. Jährlich kommt es zu drei bis sieben unprovozierten Angriffen mit einem Todesfall.

Im Gegensatz dazu haben Krokodile und Aligatoren 1.000, Skorpione 5.000, giftige Schlangen 80.000 und die Anopheles-Mücke als Überträger von Malaria 2,7 Millionen Menschen jährlich auf dem Gewissen.

2. It’s only a movie!

Real Deal

Mit diesem berühmten Satz wurde Wes Cravens Das letzte Haus links beworben. Einmal davon abgesehen, dass einige Filme auf wahren Begebenheiten beruhen, ist so mancher Horror realer als man vielleicht glauben mag.

Dass in Nackt und zerfleischt (OT: Cannibal Holocaust) wirklich Tiere für den Film getötet wurden, ist kein großes Geheimnis. Es ist aber schon etwas unbekannter, dass dies auf viele weitere bekannte Filme zutrifft, wie zum Beispiel Oldboy oder Apocalypse Now.

Ok, die letzten zwei Streifen gehören nicht wirklich zum Genre. Deshalb zurück zum Horror. Weniger brutal, aber dafür reichlich morbid ging es nämlich bei Blutgericht in Texas und bei Poltergeist zu. Als Skelette wurden hier zum Teil echte menschliche Überreste verwendet.

1. Verflucht!

Fluch_2

So wie manche Filme die Realität in den Film einfließen lassen, so scheint in anderen Filmen der fiktive Horror auf die Dreharbeiten überzugehen. Eine kleine Auswahl.

In Das Omen (1975) zum Beispiel beging der Sohn des Hauptdarstellers Gregory Peck zwei Monate vor Drehbeginn Suizid, ein Crew-Mitglied hatte einen Autounfall, zwei Flugzeuge mit Drehbuchautoren, Gregory Peck und dem ausführenden Produzenten wurden vom Blitz getroffen und ein geplanter Flug, welchen die Crew schlussendlich doch nicht wahrnahm, stürzte auf die Landebahn, wodurch alle Insassen starben. Darüber hinaus wurden ein Hotel und ein Restaurant mit Crew-Mitgliedern von der IRA bombardiert.

Nicht ganz geheuer ging es auch im Zusammenhang mit Rosemaries Baby (1968) zu. Der Komponist der Filmmusik starb ein Jahr nach den Dreharbeiten an einer Blutgerinnung im Gehirn, genau wie ein Charakter im Film, Produzent William Castle erleidete ein Nierenversagen kurz nach den Dreharbeiten. Darüber hinaus tötete Charles Manson und sein Kult 1969 Roman Polanskis schwangere Frau und Freunde. Dieser war zu diesem Zeitpunkt in London und entging dem Massaker.

Verflucht waren offenbar auch die Dreharbeiten von Poltergeist (1982, 1986, 1988). Zwischen den Dreharbeiten der drei Filme starben fünf Mitglieder des Casts oder Angehörige. Ob das wohl mit den echten Knochen zu tun hat?

 

Das war es dann auch schon mit einer Hand voll Horror-Fakten. Wollt ihr mehr Horror-Fakten? Hat euch was gefehlt? Oder war das alles furchtbar langweilig? Lasst es mich wissen!

Florian Halbeisen

Horrorfilme sind für mich ein Tor zu den unheimlichen, verstaubten Dachböden und finsteren, schmutzigen Kellern der menschlichen Seele. Hier trifft man alles von der Gesellschaft abgeschobene, unerwünschte, geächtete, begrabene: Tod, Schmerz, Angst, Verlust, Gewalt, Fetische, Obsession. Es ist eine Entdeckungsreise auf die "Schutthalde der Zivilisation".
Auf diese Reise würde ich euch gerne mitnehmen.
Florian Halbeisen

Letzte Artikel von Florian Halbeisen (Alle anzeigen)

...und was meinst du?