13 Backwood-Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Backwood-Horror

Heute widmen wir uns voll und ganz dem Backwood-Horror und präsentieren euch unsere 13 liebsten Filme rund um entlegene Gegenden und bedrohliche Hinterwäldler.

Für die Eingrenzung des Genres war uns wichtig, dass es ProtagonistInnen aus einer tendenziell urbanen Gegend in eine von der Zivilisation abgeschottete Gegend verschlägt, wo die gewohnte zivilisatorisch und gesetzliche Ordnung keine Gültigkeit hat. Wichtig war uns auch, dass die Bedrohung dort von Menschen ausgeht.

Wir haben heiß diskutiert, es flogen auch mal die Fäuste, aber schlussendlich konnten wir uns auf diese 13 Vertreter einigen, die wir euch ans Herz legen möchten.
Wenn ihr noch mehr zum Backwood-Horror lesen wollt, dann empfehlen wir euch hier reinzuschauen: Backwood-Horror – Von Leatherface bis Tucker & Dale.


13. Storm Warning (2007)

Zusammen mit seiner Frau will der Anwalt Rob in der Nähe von French Island einen Angelurlaub unternehmen. Als plötzlich ein Sturm aufzieht, suchen sich die beiden einen Unterschlupf. Plötzlich gelangen sie zu einem heruntergekommenen Haus. Wo die beiden dort hineinplatzen, hätten sie sich niemals erträumen lassen. Von nun an beginnt ein Katz- und Mausspiel, in das die beiden lieber nicht geraten wären.

Mit Storm Warning gelang Regisseur Jamie Blanks, der sich unter anderem in den späten 90ern mit Düstere Legenden einen Ruf im Horrorgenre machte, ein Backwood-Horrorstreifen, der vor allem durch seine dreckige Atmosphäre, seine kompromisslose Herangehensweise und seine Brutalität für Wiedererkennung sorgt. Storm Warning ist kaltschnäuzig, gemein und wird euch ebenso ohne Umschweife ins Gesicht schlagen, wie er es den deutschen Zensurbehörden tat, die den Film 2008 bundesweit beschlagnahmen ließen.

12. Inbred (2011)

Im riesigen Meer an Backwood-Horrorfilmen ist es für einzelne Vertreter schwierig, aus der großen Masse hervorzustechen. Wie in so vielen anderen Subgenres des Horrorfilms sind es aber auch hier teilweise wieder die Briten, auf die Verlass ist. Neben einigen anderen Filmen dieser Liste, ist auch Inbred von 2011 ein sich lohnender Beitrag von der Insel.

Die Story fällt genretypisch simpel aus; wir folgen einer Gruppe von fünf jugendlichen Straftätern und ihren beiden Betreuern. Zum Verrichten von gemeinnütziger Arbeit reisen diese in ein Dorf in einer abgelegenen Gegend. Direkt am ersten Abend machen sie dann im lokalen Pub Bekanntschaft mit den degenerierten Einheimischen des Ortes. Als am darauf folgenden Tag sich einer aus der Gruppe bei einem Unfall eine lebensgefährliche Verletzung zuzieht, verschlägt es sie zum Hilfe holen zurück in den Pub. Ein riesiger Fehler wie sich herausstellt, denn die Dorfbewohner haben mit den Fremden ganz eigene, perverse Pläne.

Inbred hat eigentlich alles, was einen stinknormalen Backwood-Film ausmacht. Was den Film so sehenswert macht, ist jedoch die gekonnte Mischung aus fiesem Hinterwäldler-Horror und schön schwarzhumorigen Splatter-Einlagen. Da die inzestuöse Gemeinde bei sich eine Art Zirkus führt, für die unsere Straftäter natürlich die perfekte Attraktion bilden, kommt es zu allerhand skurrilen und kreativen Todesszenen. Das Splatterfest eröffnet sich uns allerdings erst in der zweiten Hälfte des Films, danach geht es aber direkt äußerst brutal zur Sache. In der ersten bekommen wir eine richtig dreckige Atmosphäre serviert, die sogar Parallelen zu The Texas Chainsaw Massacre erkennen lässt. Diese weicht später dann zwar der bereits erwähnten Komik und den deftigen Splatter-Effekten. Der Spagat zwischen diesen beiden Seiten gelingt Inbred jedoch sehr souverän, sodass der Sehspaß definitiv über die gesamte Länge erhalten bleibt.

Alles in allem also ein sehr großer und auch kurzweiliger Spaß von der Insel, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt und trotzdem seine Stärken gekonnt auszuspielen weiß.

11. Timber Falls (2007)

Sheryl und Mike, ein unverheiratetes Pärchen, wollen einen entspannten Wanderausflug in den Wäldern von West Virginia unternehmen. Entgegen der Empfehlung eines Park-Rangers nehmen diese jedoch keinen der gängigen Wanderwege, sondern entscheiden sich für einen Pfad, den ihnen eine nett auftretende einheimische Frau ans Herz legt. Am frühen Morgen nach der ersten Nacht entschließt sich Sheryl dazu, im nah gelegenen See schwimmen zu gehen – unter Beobachtung einer verhüllten Gestalt.  Nachdem etwas später auch Mike aufwacht, muss er feststellen, dass seine Geliebte plötzlich verschwunden ist und macht sich anschließend verzweifelt auf die Suche nach ihr.

Timber Falls ist so ein Vertreter des Genres, der das Rad bei weitem nicht neu erfindet. Größtenteils werden hier die altbekannten Standardelemente des Backwood-Horrors aufgegriffen. Trotzdem schafft er es, diese Elemente sehr gekonnt aufeinander abzustimmen. Der Prolog läutet schon ziemlich gut ein, was uns hier erwartet: eine besonders dreckige Atmosphäre, eine aussichtslos scheinende Situation für die Opfer und einen hohen Grad an Brutalität. Während andere Vertreter meistens nur „normale“ Hinterwäldler als Bösewichte haben, die aus Langeweile, Lust am Perfiden oder einfach aus Instinkt Menschen jagen/quälen/foltern/töten etc., bekommen wir hier Täter präsentiert, die tatsächlich ein richtiges Motiv für ihre Handlungen haben. Dies sorgt dafür, dass das ganze Geschehen in Timber Falls deutlich greifbarer wird und man mit dem Pärchen mitfühlt, das zum Opfer solch kranker Gedanken wird. Der Gewaltgrad ist dabei schon ziemlich hoch, übertreibt es aber nicht maßlos, sodass es in keinem Moment ins Lächerliche gezogen wird.
Die große Stärke, die Timber Falls inne hat, ist aber definitiv die bereits erwähnte Authentizität. Mit den einfachsten genretypischen Mitteln wird hier die Backwood-Stimmung perfekt eingefangen – dreckig, gnaden- und aussichtslos und brutal. Außerdem werden uns hier nur zwei Opfer präsentiert, sodass der Film sich nicht einfach nur stumpfem Bodycount widmet.

Altbekanntes wird in Timber Falls also gut bis sehr gut umgesetzt, die schauspielerischen Leistungen sind verglichen mit anderen Vertretern definitiv mindestens im oberen Mittelfeld, es geht äußerst brutal zur Sache und die Täter haben tatsächlich eine (irgendwie) verständliche Motivation für ihr Handeln. Für Fans des Genres definitiv ein Geheimtipp!

10. Wrong Turn (2003)

Regisseur Rob Schmidt hat 2003 mit Wrong Turn eine neue Backwood-Ära eingeläutet. Filme aus dem Subgenre sprießten in den folgenden Jahren nur so aus dem Boden. Die Handlung zu Wrong Turn ist genretypisch und schnell erzählt. Eine Gruppe von jungen Erwachsenen bleibt mit ihrem Auto im Wald liegen und auf der Suche nach Hilfe stoßen sie auf ein Lager degenerierter Hinterwäldler.

In Sachen Atmosphäre kann der Film sich sehen lassen. Vor allem die Szene, als die Protagonisten das erste Mal das Lager betreten, überzeugt durch eine durchgehende, knisternde Spannung und auch die restliche Laufzeit ist mit einem konstant hohen Spannungsbogen bestückt. Zudem sind auch Make-Up und Spezialeffekte sehr gelungen. Die Enstellten sehen grausam verformt aus, ihre Tötungsarten sind rabiat und das Blut fließt für eine „FSK 16“-Freigabe reichlich. Also DVD einlegen, Bier aufmachen und rein ins Vergnügen, aber merkt euch eines: Biegt nicht falsch ab!

9. Das Haus der 1000 Leichen (2003)

Eine Gruppe von Teenagern reist in einem Auto durch Amerika. Als ihnen das Benzin ausgeht, landen sie an der Tankstelle von Captain Spaulding. Dieser betreibt zudem ein Gruselkabinett und führt seine Gäste in die Welt der Serienmörder ein. Er verweist dabei auf eine lokale Legende, dem wahnsinnigen Nervenarzt Dr. Satan und widerwillig gibt er der Gruppe eine Karte mit auf den Weg, die sie zu dem Ort seiner Hinrichtung führen soll. Auf dem Weg dorthin erleiden sie eine Autopanne und werden durch vermeintliche Helfer zu einem entlegenen Haus geführt. Die dort lebende Familie hat zum Leidwesen der Reisenden sehr viel mit Spauldings Vorliebe für Serienkiller und der alten Legende um Dr. Satan gemein.

Rob Zombies Filme treffen nicht jeden Geschmack, da bildet sein Erstlingswerk Haus der 1000 Leichen keine Ausnahme. Wer an der Vorstellung einer skurrilen Geisterbahnfahrt in drogeninduzierter Ästhetik Gefallen findet, für den ist das Regiedebüt die richtige Wahl. Wenn Zombie das schrille Gelächter von Pam aus The Texas Chainsaw Massacre für den Charakter Baby Firefly als Ausdruck des Frohsinns sampelt, ist der liebevolle Umgang mit seinen filmischen Einflüssen unverkennbar. Dabei rundet Zombie den Charme seiner Hommage und den spielerischen Umgang mit Klischees durch verstörenden Ideen und absurdem Humor ab. Für Freunde seiner Musik ist der derbe Filmspaß gleich doppelt sehenswert, denn Zombie ist nicht nur für den Score verantwortlich, auch Songs aus seiner Solokarriere fanden Einzug in das blutige Treiben. Zudem gelang dem Regisseur mit Captain Spaulding die Etablierung einer Kultfigur, die den Zuschauer durch Zombies bizarre Kulissen führt.

Leider musste der Film für den Final Cut vorab einige blutgetränkte Federn lassen, um einem  unprofitablen NC-17 Rating zu entgehen. Mit The Devil’s Rejects erschien 2005 eine äußerst sehenswerte Fortsetzung, die sich auf die Figuren Spaulding, Baby Firefly und Otis konzentriert und 3 From Hell soll 2019 ihrem blutigen Treiben den Abschluss als Trilogie bescheren.

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