Zoe (2018) – Review

Zoe

Zoe ist eine Sci-Fi-Liebesgeschichte über Androiden. Dabei stimmt der Film mit Ewan McGregor ganz große Fragen übers Menschsein und künstliches Leben an.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Zoe
USA
104 Minuten
Drake Doremus
Drake Doremus, Richard Greenberg
Ewan McGregor, Léa Seydoux, Theo James u.a.

Zoe spielt in einer nicht näher definierten nahen Zukunft, die sich von unserer Realität nicht groß unterscheidet mit der Ausnahme, dass Androiden als Haushaltshilfen zum alltäglichen Leben gehören. Robotiker Cole (Ewan McGregor) will jedoch mehr als nur eine menschenähnliche Maschine, die ihm seine Hecke stutzt. Er arbeitet daran synthetische Wesen zu erschaffen, die vom Menschen nicht mehr unterscheidbar sind. Mit dem Ziel, dass sie uns als Lebensgefährten dienen und das menschliche Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit und Verstandenwerden befriedigen. Der geschiedene, einsame Cole begibt sich in einen persönlichen Testlauf, der einige Überraschungen bereithält…

Der von Ridley Scott produzierte und von Drake Doremus (Like Crazy) inszenierte Film richtet seinen Fokus stark auf das Liebesdrama und reichert dieses mit Sci-Fi-Elementen rund um künstliche Intelligenz an. Zoe stellt zwar auch grundsätzliche Fragen zum Menschsein, aber das Hauptaugenmerk legen Doremus und Drehbuchautor Richard Greenberg auf die Verknüpfung von Liebe und Technologie. Einerseits werden Liebesbeziehungen von einem Computer analysiert und mit einer Erfolgsquote bewertet, andererseits stellt sich Zoe die Frage, inwiefern Technologie Liebe simulieren oder gar aus sich selbst generieren kann.

Die Exposition, die uns die komplizierte Beziehung zwischen Cole, seiner Mitarbeiterin Zoe (Léa Seydoux, Blau ist eine warme FarbeThe Lobster) und Android Ash (Theo James, Divergent) näher bringt, ist überaus gut gelungen und es macht Spaß den Charakteren auf ihrem Weg zu begleiten. Dies liegt vor allem auch an den hervorragenden schauspielerischen Leistungen von McGregor und Seydoux. Es ist nur leider sehr schade, dass der Funke zwischen den Hauptdarstellern bis auf wenige Szenen nicht so wirklich überspringen mag, da kann man sich auch noch so lange und so oft in die Augen starren.
Nach der tollen Einführung verläuft sich der Film im zweiten Akt, als der Fokus auf die Droge Benysol gericht wird, welche den Zustand des Verliebtseins simuliert. Es folgen relativ willkürliche Szenen von fremden Menschen auf Parkbänken, die kurz zusammen den Endorphin-Schub der ersten großen Liebe erleben möchten und sich danach wieder trennen. Absichtlich werden hier Assoziationen zu Klischeebildern von Junkies gezogen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Thematisch passt dies zwar hervorragend in den Film, dramaturgisch bringt es ihn jedoch arg ins Schleudern. Die Anknüpfungspunkte zur Story wirken willkürlich und Zoe tut sich sichtlich schwer nach diesem Intermezzo wieder seinen Rhythmus zu finden und schlussendlich auch nicht mehr als Sentimentalitäten zu bieten.

Zoe

Zoe ist kein schlechter Film, aber für mich in seiner Erzählweise zu verfahren, sodass ich teilweise meine Schwierigkeiten hatte, meine Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Zudem ist es auch sehr schade, dass man das philosophische Potential nicht ausnutzt und lieber auf ausgetretenen Liebesfilm-Pfaden wandelt. Zum Glück kann die Besetzung hier noch einiges rausholen. Wer sich jedoch grundsätzlich für die Thematik interessiert, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 2 von 5
Gewalt Rating: 0 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Zoe © Constantin Film

Florian Halbeisen
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