Your Flesh, Your Curse (2017) – Review

Your Flesh, Your Curse

Mit Your Flesh, Your Curse spendiert der Däne Kasper Juhl dem extremen Underground-Horror einen weiteren überaus sehenswerten Beitrag.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Your Flesh, Your Curse
Dänemark
100 Minuten
Kasper Juhl
Kasper Juhl
Kim Sønderholm, Bill Hutchens, Mie Gren u.a.

Hintergründe und Inhalt

Regisseur und Drehbuchautor Kasper Juhl, der mit Mitte Zwanzig schon sieben Filme gedreht hat, gilt als hoffnungsvoller Lichtblick im experimentellen Horror-Underground. Dabei ist er einer der wenigen Genre-Filmer, dessen Filme professionell in Szene gesetzt sind.
Entgegen damaliger Ankündigungen ist Your Flesh, Your Curse keine direkte Fortsetzung zu Madness of Many. Jedoch spürt man deutlich eine weitere Perfektionierung von Juhls handwerklichem Können.

Die in mehrere Kapitel unterteilte, bitterböse Geschichte von Your Flesh, Your Curse dreht sich um Julia White, eine junge Frau, die heroinsüchtig ist und ihren Körper für Geld verkauft. Sie muss nach einer Party feststellen, dass eine ihrer Feierfreundinnen ihren kompletten Stoff geklaut hat. Als sie sich in freier Natur den letzten Schuss Heroin setzt, wird sie von einem Fremden vergewaltigt und getötet. In der Zwischenwelt begegnet Julia ihrem Führer, der sie bestimmte Teile ihres Lebens erneut erleben lässt…

Kritik

Der Übergang ins Jenseits wird in Your Flesh, Your Curse als düstere Welt, ohne einen Funken Hoffnung, und absolut trostlos dargestellt. Er zeigt eine Reise in menschliche Abgründe, wie wir sie nur selten zu sehen bekommen. Dabei beschäftigt sich der Film mit essentiellen Fragen der Menschheit: Was erwartet uns nach dem Tod? Wie wäre es, wenn wir die Chance hätten, Geschehenes zu ändern? Mit diesen und einigen anderen Fragen beschäftigt sich der Film und gewinnt dabei zunehmend an Intensität. Es gibt einige Szenen, die kaum auszuhalten sind, qualvolle Minuten, in denen man auf den erlösenden Schnitt wartet oder sich herbeisehnt, dass der jeweilige Charakter endlich das Zeitliche segnet. Doch diesen Gefallen tut uns Your Flesh, Your Curse leider nicht und so brennen sich etliche Szenen für immer ins Gedächtnis ein.

Kaspar Juhls Film ist wahrhaftig eine Grenzerfahrung der extremsten Art, eingefangen in wunderschönen und ruhigen Bildern, die das pure Grauen zeigen. Genau diese ruhige Art der Bilder, auch in den Folterszenen, ist es, die den Zuschauer derart mitleiden lässt. Die musikalische Untermalung passt perfekt zum Geschehen und trägt wesentlich zur düsteren Gesamtatmosphäre des Werkes bei.

Fazit

Your Flesh, Your Curse ist ein extremer, geheimnisvoller und mehrdeutiger Film, der unter die Haut geht und jeden mitnimmt, der sich darauf einlässt. Auch wenn er bedrückend und deprimierend ist und einen erschöpft entlässt – Kasper Juhl ist es gelungen, seinen Stil weiter zu perfektionieren. Seht ihn euch an, es lohnt sich!

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt rating4_5
Ekel rating3_5
Story Rating: 3 von 5

Bildquelle: Your Flesh, Your Curse © Hellbound Productions

Thomas Ortlepp

Thomas Ortlepp

Horrorfilme sind für mich das einzige sinnvolle Ventil, um Frust und Aggressionen abzubauen – wenn sie gut gemacht sind. Andernfalls verhält es sich genau umgekehrt: Wenn sie schlecht sind, werde ich zum Hulk!
Thomas Ortlepp

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