End of Days – Nacht ohne Morgen (1999) – Review

End of Days

Kurz vor dem Jahreswechsel schauen wir Arnold Schwarzenegger bei dem Versuch zu, in eben solch einer Silvesternacht die Welt vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Ob sich sein Blick auf diesen aussichtslos scheinenden Kampf lohnt, erfahrt ihr hier.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

End of Days
USA
117 Minuten
Peter Hyams
Andrew W. Marlowe
Arnold Schwarzenegger, Gabriel Byrne, Robin Tunney u.a.

Alle tausend Jahre pünktlich zur Jahrtausendwende kommt der Teufel auf die Erde. Die Tage vor Silvester macht er sich auf die Suche nach einer Auserwählten, um mit ihr in der Stunde vor Neujahr ein Kind zu zeugen und somit ein Königreich auf der Erde errichten zu können. Während diverse Gläubige es sich zur Aufgabe gemacht haben, die junge Auserwählte Christine zu töten, bevor es soweit kommen kann, liegt es nun am depressiven Bodyguard Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger), die Frau und die Erde vor dem sicheren Untergang zu bewahren

Dass Arnold Schwarzenegger schon seit Jahrzenten als Action-Held gilt, ist allseits bekannt. Die Rollen, die der Ex-Gouverneur Kaliforniens mimt, sind meist wortkarge Prügelmaschinen, denen nicht sonderlich viel Substanz eingeräumt wird. In End of Days allerdings spielt er die Rolle des gebrochenen und depressiven Jericho, der eher unerwartet in die Position des geheimen Retters der Menschheit rutscht. Nachdem er und sein Partner Bobby durch Zufall bei einem Routine-Job mit religiösen und satanischen Gruppen in Berührung kommen, geraten die beiden zwischen die Fronten in einem Kampf zwischen Gut und Böse.

Während zu Beginn noch Arni-typisch auf rasante Action und allerhand Explosionen gesetzt wird, entfaltet sich mit Voranschreiten der Handlung eine immer mysteriöser werdende Bedrohlichkeit. Obwohl das Drehbuch bei dem religiösen Faktor nur an der Oberfläche kratzt, lässt dieser Aspekt ausreichend Raum für eine ordentliche Portion Grusel. Die durchgängig dunkel gehaltenen Bilder erschaffen im Zusammenspiel mit dem unerbittlichen Kampf gegen die Zeit eine ordentliche Spannung, die zum heftigen Mitfiebern einlädt. Da Jericho gezwungen ist, gegen beide Seiten zu kämpfen, wird diese mit längerer Laufzeit auch permanent angezogen. Weil man nie weiß, wer tatsächlich auf welcher Seite steht, sind die Protagonisten vor niemandem wirklich sicher. Hier kann End of Days neben dem Nervenkitzel auch mit einigen gekonnten Gewaltspitzen punkten – passend zum Wettlauf gegen das bevorstehende Ende der Welt.

End of Days

Die Charaktere sind im Allgemeinen eher oberflächlich gezeichnet und obwohl Arnis Figur durch einen verheerenden Rückschlag in der Vergangenheit einiges an emotionaler Tiefe erlangt, bleibt auch seine Rolle eher unspektakulär. Dies muss allerdings kein negativer Aspekt sein, denn das Erwachen des Beschützerinstinkts gegenüber Christine wird dennoch glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. So ist es auch verständlich, dass er sich gegen die „einfache“ Variante des Abwendens des Weltuntergangs entscheidet und die Auserwählte um jeden Preis beschützen will, statt sie einfach nur töten zu lassen.

Kurz vor dem Finale verliert sich End of Days dann aber doch leider wieder im anfänglich bereits beschrieben Action-Getümmel. Das Ende ist zwar konsequent und auch logisch geschrieben, lässt aber leider die sich stetig gesteigerte Spannung etwas plump erlischen. Einige Logiklöcher im Drehbuch lassen außerdem zeitweise das Gefühl aufkommen, dass der Film, würde er denn seinen eigenen Regeln folgen, bereits nach zwei Dritteln vorbei sein müsste.

End of Days

Trotz der teilweise holprigen Inszenierung bietet End of Days aber dennoch über die gesamte Laufzeit gute Unterhaltung und anständiges Mitfiebern. Gepaart mit einer ganzen Portion Action weiß die spannende Story zu überzeugen und Arni macht eben das, was er schon immer gemacht hat: Die Bösen (und in diesem Fall auch die Guten) vermöbeln und dabei cool sein. Nur eben dieses Mal mit etwas mehr Tiefgang und deutlich mehr Thrill.

 

Bewertung

SpannungRating: 4 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel Rating: 1 von 5
Story Rating: 4 von 5

Bildquelle: End of Days © Touchstone Home Entertainment

Robert

Horrorfilme sind für mich die beste Möglichkeit, die Grenzen des Zumutbaren und des eigenen Sehvergnügens auszuloten und neu zu definieren. Außerdem gibt es kaum ein anderes Genre, das so viele verschiedene gute Ideen, Möglichkeiten und Geschichten hervorbringen kann, da, ähnlich wie im Science-Fiction, einfach alles möglich ist. Es ist faszinierend, wie stark einen gute Horrorfilme in ihren Bann ziehen können und dabei sowohl schockieren als auch unterhalten.
Robert

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