7 Filme von Body-Horror-Meister David Cronenberg, die ihr gesehen haben solltet

David Cronenberg

3. A History of Violence (2005)

In David Cronenbergs gewaltvollem Drama A History of Violence geht es um den durchschnittlichen Typen Tom Stall (Viggo Mortensen, The Road). Nachdem dieser zwei Räuber überwältigt und erschossen hatte, wird er von der ruhigen Kleinstadt als Held gefeiert und von Journalisten belagert. Dies passt Tom jedoch überhaupt nicht und er wünscht sich sein altes ruhiges Leben zurück. Wäre dies jedoch nicht schon ärgerlich genug, taucht eines Tages der einäugige Carl Fogarty (Ed Erris, Mother) auf und spricht in mit Joey an. Tom denkt sich nichts dabei, doch bald beginnen Fogarty und seine Handlanger seine Frau (Maria Bello, Lights Out) und seine Kinder zu terrorisieren, was bald zu eskalieren droht.

David Cronenberg dekonstruiert in A History of Violence das idyllische Vorstadtleben und führt uns in all die dunklen, versteckten Ecken in denen die Gewalt lauert. Sie ist überall und kann jederzeit über uns hereinbrechen. Niemand ist sicher. Cronenberg hat die Gewalt teilweise sogar noch etwas zurückgedreht, als sie zuerst geplant war, um dem Film den nötigen Realitätsbezug zu lassen. Dem Publikum soll erst gar nicht die Möglichkeit gegeben werden, das Gesehene als fiktiv abtun zu können.

A History of Violence ist eine faszinierende Mischung aus Familiendrama und Thriller, welches uns von der ersten Minuten packt, uns einundeinhalb Stunden in die Mangel nimmt, um uns am Ende verstört am Boden liegend zurück zu lassen.

2. Videodrome (1983)

Max Renn (James Woods, John Carpenters Vampire) ist der Präsident eines in Toronto gelegenen TV-Senders, der sich mit Softpornos und künstlicher Gewalt gegen die Konkurrenz zu behaupten versucht. Da stößt er auf eine Sendung namens Videodrome, die aus Malaysia stammen soll und plottlosen Torture-Porn-Snuff produziert. Für Renn und seinen Sender ist dies eine Goldmine, deren Quelle er finden muss. In einer TV-Talk-Show lernt er die anziehende Nicki Brand (Blondie-Leadsängerin Debbie Harry) kennen und muss sich gegen den per Videokonferenz zugeschalteten Popkultur-Kritiker Brian O‘Blivion behaupten. Renn beginnt eine Affäre mit Nicki Brand, die sich von Videodrome sexuell angezogen fühlt, und macht sich auf die Suche nach dem Ursprung der Show. Eine Suche, die ihn in einen Albtraum führt, in dem sich Realität und Halluzination zusehends vermischen.

James Woods glänzt in der Hauptrolle, auch die anderen Rollen sind treffend besetzt. Sein Charakter ist der Zugang zu einer nicht allzuweit entfernten Welt, in der sich menschliche Körper, Videokassetten und Fernseher verformen und das TV die Kontrolle über die Menschen übernommen hat. Der Zuschauer erlebt die Handlung durch Renns Augen und er ist es auch, der die Handlung ebenso konsequent vorantreibt, wie er auf sein Schicksal zusteuert. Er durchlebt einen Prozess, der von physischer und psychischer Deformation beherrscht wird und in dem das „progressive“, mit allen Mitteln um Macht kämpfende „TV“ einen maßgeblichen Platz einnimmt. David Cronenberg ließ damalige technische Entwicklungen in sein Drehbuch einfließen, die weiterhin Bestand haben, dadurch wirkt der Film nach wie vor aktuell. Nebenbei bietet der Film einige kritische Seitenhiebe. Ein meisterhafter, surrealer Trip in den TV-Wahnsinn.

1. Die Fliege (1986)

Seth Brundle, ein aufstrebender, junger Wissenschaftler, hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht – einen Teleporter. Die Reporterin Veronica Quaife riecht die Story ihres Lebens und möchte über Brundle berichten. Bei einem Selbstversuch geschieht ein tragischer Unfall: eine Fliege wird zusammen mit dem Wissenschaftler teleportiert. Brundle beginnt sich zu verändern.

David Cronenberg, noch in seiner Body-Horror-Phase, hat aus der Kurzgeschichte von George Langelaan schlichtweg ein Meisterwerk geschaffen. Der von Mel Brooks (!) produzierte Film lässt einen mit Seth Brundle mitleiden und hat einige harte Szenen zu bieten – ein paar fielen sogar der Schere zum Opfer, weil sie den Produzenten dann doch zu weit gingen.
Jeff Goldblum, damals noch eher unbekannt, füllt die Rolle des Wissenschaftlers mit seinem eindringlichen Spiel komplett aus, ebenso verleiht Geena Davis der Reporterin eine Glaubhaftigkeit, die weit über die Klischeedarstellungen hinausgehen. Der Film ist ein Horrordrama, wobei der Schwerpunkt der dramatische Aspekt ist – wenn auch mit drastischen Szenen. Man kann ihn ebenso als Allegorie für Drogenmissbrauch sehen, wie als Parabel auf die Wesensänderung schwer erkrankter Menschen, oder eben als Sci-Fi-Horror.

Cronenberg lässt nicht die kleinste Schwäche zu, sodass der Film nach über 30 Jahren zu Recht den Namen Klassiker verdient und immer noch spielend vielen modernen Produktionen den Rang abläuft. Chris Walas erhielt übrigens zu Recht den Oscar für die besten Make-up-Effekte.

Der Nachfolgefilm, in Szene gesetzt von Walas mit Eric Stoltz in der Hauptrolle, erreicht bei Weitem nicht mehr die Klasse von Cronenbergs Film, kann aber einige schöne Effektszenen bieten.


Das war es auch schon von uns. Seid ihr zufrieden mit der Liste? Was muss raus und wie würde eure Liste aussehen?

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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