13 Weihnachts-Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Weihnachts-Horrorfilme

8. A Christmas Horror Story (2015)

Drei Schüler wollen zu Weihnachten über die Ermordung zweier Mitschüler berichten. Da werden sie plötzlich an dem Tatort, dem düsteren Keller des alten Schulgebäudes, eingeschlossen. Und dort unten scheint etwas umzugehen … Ein Polizist fährt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in den Wald, um dort illegal einen Tannenbaum für Weihnachten zu fällen. Als der Sohn erst verschwindet und kurz darauf wiedergefunden wird, scheint er verändert zu sein … Familie Bauer besucht zu Weihnachten Tante Etta, welche von der Schreckgestalt Krampus erzählt. Als die Bauers wenig später auf dem Rückweg einen Unfall erleiden, werden sie von etwas Bösem heimgesucht … Für Santa Claus, seine Frau und die Elfen bedeutet Weihnachten zwar viel Freude, zugleich aber viel Arbeit. Als wäre das nicht genug, stirbt plötzlich eine der unsterblichen Elfen – und erwacht als Zombie … Über all dem thront ein trunksüchtiger Radiomoderator (William Shatner), der seinen Radio-Weihnachtsmarathon abspult, während er von einer Frage verfolgt wird.

Einfallsreich und spannend erzählt diese kanadische Low-Budget-Produktion ihre Geschichten, die lose miteinander verbunden sind. Umrahmt werden sie von einer selbst-humoristischen Performance von Star-Trek-Legende William Shatner, dabei werden die Episoden komplett im Cliffhanger-Stil erzählt. Das ist ungewöhnlich, verleiht dem Film aber auch eine eigene Note. Der Film ist professionell inszeniert und solide gespielt, dabei durchweg unterhaltsam. Wer die Familie, den Geist von Weihnachten und den Weihnachtsmann liebt, ist hier genau richtig.

7. Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte (2010)

Rare Exports bedient sich der alten finnischen Sagen und Legenden rund um Joulupukki oder Julbock, der mit dem Weihnachtsmann gleichzusetzen ist. Nach einigen alten Sagen war dieser ein dämonisches Wesen mit Hörnern, das sich während des Sommers in den Bergen und tiefen Wäldern versteckte. Während der Adventszeit näherte es sich immer mehr den Dörfern, bis er am Heiligabend in die Häuser der Menschen eindrang. Wenn er nicht mit Opfergaben besänftigt wurde, nahm er stattdessen die Kinder mit.

In Rare Exports wurde der Weihnachtsmann in ferner Vergangenheit von den Lappen im Norden Finnlands im ewigen Eis gefangen. In der Gegenwart ist jedoch ein Unternehmen dabei, diese Gefangenschaft zu beenden – mit grausamen Konsequenzen.

Jalmari Helander gelingt es, in dem finnischen Überraschungshit Rare Exports die alten finnischen Mythen rund um Joulupukki aufleben zu lassen. Gleichzeitig thematisiert er die Verschmelzung von Joulupukki und Santa Claus, wozu er eine fiktive Hintergrundgeschichte bietet. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass Rare Exports selbst ohne dieses Hintergrundwissen rund um Joulupukki funktioniert.

Die Geschichte ist herrlich skurril, die Inszenierung stark und das Setting im finnischen Lappland erfrischend. Zudem kann Rare Exports noch mit einem gelungenen Creature Design und einer tollen, eisigen Atmosphäre punkten. Beste Unterhaltung für ein besinnliches Julfest!

6. El día de la bestia (1995)

Im weihnachtlichen Madrid geht es alles andere als besinnlich zu. Der Priester Angel glaubt, den Grund dafür zu kennen, denn nach langem Bibelstudium konnte er endlich die Offenbarung des Johannes entschlüsseln. Und die besagt nicht weniger, als dass die Geburt des Antichristen unmittelbar bevorsteht. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern, dem trotteligen Death-Metal-Fan José Maria und dem charismatischen Fernseh-Okkultisten Professor Cavan, begibt sich Angel auf einen wilden Roadtrip durch die weihnachtliche Metropole, um die Welt vor der drohenden Apokalypse zu bewahren.

Die Filme des spanischen Regisseurs Álex de la Iglesia (Aktion Mutante, Perdita Durango) gelten längst als kultiger Geheimtipp. Wer mit seinem Humor etwas anfangen kann, den belohnt er in El día de la bestia mit schräger Unterhaltung und einem Mix aus deftiger Gewalt und bitterbösen Pointen. Ob die Jungs nur zu tief in den Weihnachtspunsch geschaut haben oder der Teufel es wirklich auf die Menschheit abgesehen hat, ist dabei eigentlich egal. Den drei ungleichen Helden, allesamt liebenswerte Sonderlinge, folgt man gerne in den Wahnsinn. Im Film begegnen sie uns mit all ihren Stärken – und vor allem ihren Schwächen – als typische Antihelden und erobern gerade deshalb die Herzen im Sturm.

Auch Handlung und Kulisse wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Und wenn die unkonventionelle Horrorkomödie dabei den ein oder anderen Genremoment aufgreift, dann immer mit einem Augenzwinkern. De la Iglesia und sein Team hatten sichtlich Spaß beim Filmen des satanischen Beschwörungsrituals oder Cavans TV-Sendung „Geheime Welten“ – und den hat man auch beim Zuschauen. El día de la bestia punktet mit seiner irrwitzigen und actionreichen Handlung, reichlich schwarzem Humor und den liebenswert skurrilen Hauptcharakteren. Ein Film voller Herzblut.

5. Dead End (2003)

Wie jedes Jahr an Heiligabend ist Frank Harrington mit seiner Familie auf dem Weg zu den Schwiegereltern. Doch zum ersten Mal in zwanzig Jahren nimmt Frank nicht die übliche Route über den Highway, sondern entscheidet sich für eine Abkürzung durch den Wald. Doch dies stellt sich als ein großer Fehler heraus: Hier erwartet sie eine mysteriöse, weißgekleidete Frau mit einem Baby auf dem Arm, welche durch den Wald streift und nichts als Verderben hinter sich lässt. Obendrein ist ein erschreckendes schwarzes Auto mit unsichtbarem Fahrer auf derselben Strecke unterwegs. Jedes Schild führt in die Irre, aber offenbar kein Weg wieder heraus.

Dead End bietet ein schwarzhumoriges Horror-Drama rund um eine dysfunktionale Familie zu Weihnachten. Dem französischen Regie- und Drehbuchduo Jean-Baptiste Andrea und Fabrice Canepa gelingt es, eine tolle gruselige Atmosphäre aufzubauen. Selbst wenn so mancher Zuschauer vielleicht die Auflösung schon früh erahnen mag, so bleibt das Geschehen rund um die Familie Harrington durchweg spannend. Dies liegt vor allem auch an der tollen Besetzung aus Ray Wise (Twin Peaks), Lin Shaye (Insidious), Mick Cain (Drag Me to Hell), Alexandra Holden (Gnadenlos schön) und William Rosenfeld (Zombiber).

Dead End kann zwar nicht unbedingt mit einer besinnlichen Weihnachtsstimmung auftrumpfen, aber dafür mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors und einer spielfreudigen Besetzung.

4. Jessy – Die Treppe in den Tod (1974)

Die Weihnachtsferien haben begonnen und im Studentinnenwohnheim wird gefeiert. Doch die Stimmung ist getrübt, denn seit einiger Zeit terrorisiert ein Unbekannter die jungen Frauen mit obszönen Anrufen. Als eine von ihnen spurlos verschwindet, gehen die Freundinnen zur Polizei: Mit einer Fangschaltung soll dem Stalker das Handwerk gelegt werden. Dabei machen sie eine grausige Entdeckung – denn der Killer ist längst im Haus.

Abgesehen von seinem bescheidenen deutschen Titel, macht Black Christmas einfach alles richtig. Mit psychologischem Geschick reizt der Regisseur Bob Clark (Mord an der Themse) die Nerven seiner Zuschauer und setzt mit Musik, Kameraführung und Schnitt großartige Akzente. Dass viele der genutzten Motive inzwischen zum festen Repertoire des Slasher-Genres gehören, tut dem Film keinen Abbruch – es spricht aber für die Bedeutung von Black Christmas. Schon Jahre vor Halloween oder Freitag, der 13. definierte er die Standards neu.

Im Gegensatz zu späteren Slasher-Filmen, sucht der Killer hier noch nicht die große Bühne. Wie ein Phantom huscht er durch das Haus und lässt dessen Bewohnerinnen nach und nach verschwinden. Die merken erst, wie ihnen geschieht, als es schon zu spät ist. Inspiriert von Hitchcocks Psycho setzt Clark nicht auf blutrünstige Morde, sondern psychologischen Horror. Schrecklich ist gerade das, was man nicht zu Gesicht bekommt. Dabei wird die Spannung durch falsche Fährten, aufkeimende Verdachtsmomente und einen großartigen Score bis zum Schluss aufrecht erhalten.

Black Christmas ist eine stimmige Horrorkomposition mit zeitlosem Charme, die auch mehr als vierzig Jahre nach ihrem Erscheinen besinnliche Unterhaltung auf höchstem Niveau garantiert.

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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