Die Fliege (1986) – Review

Die Fliege

David Cronenbergs Die Fliege ist ein zeitloser Klassiker des Horrorgenres. Wir nehmen die Body-Horror-Perle unter die Lupe.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Vorlage:
Cast:

The Fly
USA/Großbritannien/Kanada
96 Minuten
David Cronenberg
Charles Edward Pogue, David Cronenberg
Kurzgeschichte „Die Fliege“ George Langelaan
Jeff Goldblum, Geena Davis u.a.

Seth Brundle, ein aufstrebender, junger Wissenschaftler, hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht – einen Teleporter, der Materie von einem Punkt zu einem anderen transportiert. Die junge, aufstrebende Reporterin Veronica Quaife wittert die Story ihres Lebens und möchte über Brundle und seine Experimente berichten. Bei einem Selbstversuch geschieht ein tragischer Unfall: Eine Fliege wird mit dem Wissenschaftler teleportiert und die Atome der beiden vermischen sich. Veronica, die eine Affäre mit Brundle angefangen hat, muss hilflos mit ansehen, wie der Wissenschaftler sich dramatisch verändert.

David Cronenberg (Scanners, A History of Violence) hat aus der Kurzgeschichte von George Langelaan schlichtweg ein Meisterwerk geschaffen. Er geht dabei einen komplett anderen Weg als die Erstverfilmung von Kurt Neumann. Während in dem 1958 entstandenen Klassiker die Frau des Wissenschaftlers im Mittelpunkt stand, dreht sich Cronenbergs Film komplett um Seth Brundle.

Der Film ist ein Horrordrama, wobei der Schwerpunkt der dramatische Aspekt ist – wenn auch mit drastischen Szenen. Man kann ihn ebenso als Allegorie für Drogenmissbrauch sehen, wie als Parabel auf die Wesensänderung schwer erkrankter Menschen, oder eben als Sci-Fi-Horror. Hier deutet sich auch schon an, in welche Richtung sich Cronenbergs Filme entwickeln sollten – weg vom Body-Horror hin zu dramatischen Geschichten.

Jeff Goldblum (Jurassic Park), dem mit diesem Film der Durchbruch gelang, stellt Brundles Verwandlung vom zerstreuten Technik-Nerd zu etwas Unvorstellbarem mit seinem eindringlichen Spiel perfekt dar. Man fühlt mit ihm mit, wenn er die ersten Veränderungen an sich entdeckt. Man ist entsetzt, wenn sich herauskristallisiert, in was er sich verwandelt. Selbst durch die Tonnen an Make-up wirkt Goldblums Darstellung.

Die Fliege

Ebenso verleiht die reizende Geena Davis (Tödliche Weihnachten) der Reporterin eine gewisse Note. Sie leidet spürbar am meisten unter Seths Verwandlung. Brundle-Fliege zersetzt nicht nur sein Essen, er zersetzt auch die Beziehung zu Veronica und (im wahrsten Sinne des Wortes) die Verflechtungen zu ihrem Ex-Freund.

Cronenberg setzte den von Mel Brooks (Spaceballs) produzierten Film perfekt in Szene, sodass Die Fliege nach über 30 Jahren zu Recht den Namen Klassiker verdient und immer noch spielend einfach vielen modernen Produktionen den Rang abläuft. Chris Walas erhielt verdient den Oscar für die besten Make-up-Effekte. Für die Güte des Films spricht auch, dass er trotz einiger Schock-Szenen den Sprung in den Mainstream geschafft hat. Bei einigen Effektszenen gingen dann jedoch die Pferde mit Cronenberg durch – sie waren anscheinend so widerwärtig, dass sie aus dem Film entfernt wurden.

Der Nachfolgefilm, von Chris Walas inszeniert und mit Eric (God’s Army) in der Hauptrolle, erreicht bei Weitem nicht mehr die Klasse von Cronenbergs Verfilmung. Er ist aber immer noch einen Blick wert und kann unter anderem einige schön gemachte, recht drastische Effektszenen bieten.

Cronenbergs Die Fliege ist ein intelligenter Klassiker des modernen Horrorfilms, der auch über 30 Jahre nach seiner Entstehung unantastbar ist und seinen beiden Hauptdarstellern zu einer Weltkarriere verhalf. Während viele Filme der 80er zu viel auf den Zeitgeist dieser Ära setzten und heute ziemlich Staub angesetzt haben, ist dieser Film zeitlos. Er wird sicherlich noch einige Generationen von Horrorfans in seinen Bann ziehen.

 

Bewertung

SpannungRating: 4 von 5
AtmosphäreRating: 5 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel Rating: 4 von 5
Story Rating: 5 von 5

Bildquelle: Die Fliege © 20th Century Fox Home Entertainment

Andreas

Andreas

Seit 40 Jahren erlebe ich den Horror dieser Welt. Kein Wunder, dass sich das auch auf meinen Filmgeschmack niederschlägt. Um das Klischee zu vervollständigen: ich mag Metal 🙂
Andreas

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ein Kommentar

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