What the Waters Left Behind (2017) – Review

What the Waters Left Behind

Epecuén in der Provinz Buenos Aires versank 1985 in den Fluten, der Ort gilt seitdem als menschenverlassen. Ein guter Grund, um dort eine Dokumentation zu drehen. Und doch gibt es da etwas… What the Waters Left Behind. Die perfekte Location, um den blutig-brutalen Backwood-Horror aus Amerika nach Argentinien zu verlegen.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Los olvidados
Argentinien
90 Minuten
Luciano Onetti, Nicolás Onetti
Luciano Onetti, Nicolás Onetti
Agustín Pardella, Victoria Maurette, Mirta Busnelli

Inhalt

Eine Gruppe junger Leute reist in die Provinz Buenos Aires nach Epecuén, um dort eine Dokumentation zu drehen. Die am See Lago Epecuén gelegene Stadt versank 1985 infolge massiver Regenfälle in den Fluten. Bereits auf dem Weg dorthin begegnen sie einem seltsamen Tankwart und dessen Mutter, die den Tankstellen-Imbiss leitet und kaum weniger sonderbar erscheint. Die junge Carla, die mit der Gruppe reist, lebte vor dem Untergang in Epecuén und soll vor der Kamera erzählen, wie sie die letzten Stunden dort erlebte. Am Ziel angekommen, stellt die Gruppe jedoch fest, dass der Ort alles andere als verlassen ist: In der scheinbaren Geisterstadt hat der Wahnsinn Einzug gehalten! Eine Familie degenerierter Bewohner lebt dort, frönt dem Kannibalismus und macht nun Jagd auf sie…

Kritik

Die Brüder Luciano und Nicolás Onetti drehten bereits die beiden Neo-Gialli Francesca und Sonno Profondo, in denen sie die Altmeister des Giallo zitierten. In What the Waters Left Behind spürt man wiederum den Einfluss des amerikanischen Backwood-Horrorfilmgenres auf die beiden argentinischen Filmemacher. Das beginnt beim düsteren, dreckigen, hier in Braun- und Schwarztönen gehaltenen Look, der an Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre erinnert. Dabei ist das Bild hier so aufpoliert, wie es bei Michael Bays Remake der Fall war. Die Optik und die düstere, fast schon unheimliche Aura von Epecuén tragen wesentlich zu der Atmosphäre des Films bei; die Onettis verstehen es, den Ort als Heimstätte des Bösen zu inszenieren.

Aber auch bezüglich der Handlung orientieren sich die Onettis an ihren klassischen amerikanischen Vorbildern, denn diese folgt eben jenem Verlauf, den man seit 1974 vom Backwood-Genre gewohnt ist: Vom Aufbruch in die unerforschte Welt und der Begegnung mit den degenerierten Bewohnern, über die Menschenjagd, Gefangenschaft, bis hin zu Folter und Kannibalismus zeigt What the Waters Left Behind alles, was Freunde des Genres erwarten. Selbst die Charaktere sind so, wie man es erwarten würde: attraktiv, flach, zum Sterben geboren. Dabei geben die Onettis den Figuren Zeit, sich zu entwickeln, führen sie ein, passenderweise fahren die Filmer auch hier in einem Bus ihrem Schicksal entgegen. Natürlich dienen die Charaktere letzten Endes nur den von Wahnsinn und Hunger getriebenen Hinterwäldlern als Beute für ihre sadistischen Spiele. Dabei werden die Schlachtereien ebenso genüsslich wie kompromisslos zelebriert, auch wenn man sich hier der Handsäge statt der Kettensäge bedient.

Fazit

Wer Reihen wie The Texas Chainsaw Massacre, Wrong Turn oder The Hills Have Eyes liebt, wird sicherlich auch mit What the Waters Left Behind gut bedient sein. Der Film ist blutig, grausam, brutal, huldigt seinen amerikanischen Vorbildern und stellt von Anfang an klar, dass keine Gefangenen gemacht werden.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 4 von 5
Ekel Rating: 4 von 5
Story Rating: 1 von 5

Bildquelle: What the Waters Left Behind © Busch Media Group

Stephan Lydike

Stephan Lydike

Horrorfilme sind der Stoff aus den Albträumen, der im besten Fall zu dem Stoff in den Albträumen wird.
Stephan Lydike

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