Summer of ’84 (2018) – Review

Summer of ’84 ist der neuste Streich der kreativen Köpfe hinter Turbo Kid. In bester Stranger-Things-Manier schickt uns das dreiköpfige Regie-Team auf die Reise von vier Jugendlichen, die einem vermeintlichen Serienmörder auf die Schliche kommen.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Summer of ’84
Kanada, USA
105 Minuten
Francois Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell
Matt Leslie, Stephen J. Smith
Graham Verchere, Judah Lewis, Caleb Emery u.a.

Die vier Freunde rund um den kleinen Hobby-Verschwörungstheoretiker Davey genießen den Sommer. Als die Gruppe plötzlich die Nachricht ereilt, dass ein Serienmörder das ruhige Vorstadtleben gefährdet, wittern die Jungs ein Abenteuer …

Der plötzlich kippende Feel-Good-Movie

Summer of ’84 besticht ähnlich wie Turbo Kid durch einen großartigen Charm, liebevoller Schauspielkunst und einem knackigen Synth-Soundtrack. Zweifelsfrei fallen mir schon nach wenigen Momenten deutliche Parallelen zu Stranger Things auf, die aber alles andere als negativ auszulegen sind. Denn Summer of ’84 bürgt mehr als genug Eigenständigkeit, um nicht als Abklatsch der Netflix’schen Erfolgsserie dazustehen. Dafür sorgen vor allem die Charaktere, denn der größte Pluspunkt des nostalgischen 80er-Trips sind die vier Freunde, die perfekt harmonieren und uns einen großartigen Einblick in deren Freundschaft gewähren. Pubertärer „Jungs-Humor“, flotte Sprüche und kleine Sticheleien prägen den Zusammenhalt der Gruppe und sorgen dafür, dass der humoristische Part, gerade zu Beginn und im Mittelteil, nicht zu kurz kommt. Hier wird auf eine spannende und ausgesprochen harmonische Feel-Good-Stimmung gesetzt. Leider kann sich Summer of ’84 nicht davor verstecken, seine Story durch die Verwendung verschiedener Klischees etwas vorhersehbar zu gestalten.

Doch das soll das Gesamtbild nicht trüben, denn gegen Ende wird hier nochmal richtig Fahrt aufgenommen. Die Atmosphäre rutscht plötzlich in ein finsteres, angsteinflößendes Gewirr aus panischer Hetzjagd und düsterer Gruselstimmung ab und erreicht schlagartig eine furchterregende Tragweite. Hier entfaltet Summer of ’84 dann sein gesamtes Potenzial und besticht mit konsequenter Effektivität. Man kann dem neusten Werk des Regie-Trios vorwerfen, hier und dort mehr lustig als unheimlich zu sein, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Auf Schockmomente oder Gewaltspitzen, wie sie einst in Turbo Kid auf die Zuschauer losgelassen wurden, wurde überwiegend verzichtet. Wie allerdings gegen Ende das Ruder herumgerissen wird, versetzt uns auch ohne überspitzte Gewalt in Atemnot und hebt den Streifen nochmal auf ein ganz anderes Level.

Stranger Things meets Stand by Me

Summer of ’84 ist ein charmanter, großartiger Retro-Horrortrip, der wie eine Mischung aus Stranger Things und Stand by Me erscheint. Eine spannende, vielleicht stellenweise etwas zu vorhersehbare Story, vier aberwitzige, pubertäre Jugendliche, die uns durch ein großartiges 80er-Jahre-Setting tragen und die fantastische Verwendung nostalgischer Elemente bilden ein überaus nettes Grundgerüst, das leider durch die Verwendung unverfälschter Klischees etwas, wenn auch nicht sonderlich schwerwiegend, in Mitleidenschaft gezogen wird. Dennoch braucht sich der neuste Ableger des RKSS-Kollektivs nicht hinter Turbo Kid zu verstecken. Denn auch wenn Summer of ’84 nicht ganz an die Qualität des Erstlingswerks heranreicht, wird uns hier ein knapp 100-minütiger, liebevoll inszenierter Retro-Flashback serviert, der über weite Strecken überzeugt und seine marginalen Schwächen positiv zu überwiegen weiß. Wer Turbo Kid so ins Herz schloss, wie ich es tat, der wird auch mit dem neusten Ableger der drei Regisseure seine Freude haben. Für einen ruhigen und gemütlichen Filmabend, an dem man einfach mal abschalten möchte, erweist sich Summer of ’84 als perfekte Wahl.

 

Bewertung

SpannungRating: 4 von 5
AtmosphäreRating: 5 von 5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 3 von 5

Bildquelle: Summer of ’84 © Pandastorm Pictures

Jan Ott

Jan Ott

Als großer Fan des Horror-Kinos, insbesondere der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein Film mitgibt. Ich freue mich darauf, mich mit euch über die unendlichen Weiten des Horror-Genres auszutauschen! 🙂
Jan Ott

...und was meinst du?