13 japanische Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Japanische Horrorfilme

8. Haze (2005)

Wenn das Multitalent Shin’ya Tsukamoto einen neuen Film veröffentlicht, kann man eigentlich unbesorgt zuschlagen. So auch bei seinem Werk Haze.

Ein Mann wacht völlig isoliert in einer Betonkammer auf, die gerade so viel Platz bietet, dass er sich kriechend fortbewegen kann.

Mehr zur Story kann und will ich nicht sagen. Eines vorweg: Was der japanische Regisseur hier wieder mit geringen Mitteln erschaffen hat, lässt einen staunen. Der Zuschauer erlebt in den folgenden 48 Minuten eine äußerst intensive Tour de Force durch die experimentelle und surreale Gedankenwelt Tsukamotos. Fühlt man sich am Anfang an westliche Produktionen wie Cube oder auch Saw erinnert, schlägt der Film mit dem Voranschreiten des Plots immer mehr eine andere Richtung ein als gedacht. Plötzlich fühlt man mit dem Protagonisten. Die Klaustrophobie und Angst, die er erlebt, breitet sich im eigenen Wohnzimmer aus und lässt am eigenen Körper eine gruselige Gänsehaut zurück. Dialogarm, aber dafür mit starker Bildsprache, schlängelt sich die Story durch eine atmosphärische Geisterbahn aus menschlichen Abgründen bis zu dem Finale, das für den Zuschauer einiges an Interpretationsspielraum bietet.

Tsukamoto hat mit Haze ein wahres Kunstwerk aus Zelluloid kreiert, welches an die Anfänge des Regisseurs zurückgeht und an sein Meisterwerk Tetsuo erinnert.
Für Freunde des asiatischem (Horror-)Films und außergewöhnlichen Werken ist dieser kurze Spielfilm ein Muss!

7. Strange Circus (2005)

Sion Sono ist bekannt für seine poetischen, abstrakten, aber vor allem auch kontroversen Werke, wie zum Beispiel Love Exposure oder Suicide Circle. Mit Strange Circus erzählt er eine ebenso provokante wie grausame Geschichte über Inzest, Eifersucht und Missbrauch. Gekleidet in einen surrealen Albtraum entführt er uns in die Abgründe der menschlichen Seele, an dessen Ende eine dunkle, blutverschmierte, hoffnungslose Katharsis lauert.

Der Japaner seziert hier nicht behutsam die düstersten Ecken unseres menschlichen Seins, nein, er wütet regelrecht darin und lässt wahre Flut an Bildern über uns hereinbrechen und erzeugt damit einen Strudel, dem man sich kaum entziehen kann. Damit gelang Sion Sono ein herausragender japanischer Psycho-Horror mit einem überwältigenden Setting.

6. Cure (1997)

Inspektor Takabe (Kôji Yakusho, Babel) untersucht eine Serie von bizarren Morden. Obwohl die vermeintlichen Täter nicht miteinander in Verbindung stehen, gibt es viele Gemeinsamkeiten. Der äußerst brutale Mord, das „X“, von den Tätern in den Nacken der Opfer geschnitten – und die Täter, die am Tatort verweilend nicht erklären können, was geschehen ist. Takabe stößt eher zufällig auf einen Mann, der an Gedächtnisschwund zu leiden scheint und außer einem ominösen Namen, Mamiya, nichts über sich zu wissen scheint. Da erfährt Takabe, dass dieser Mann Psychologie studierte und sich eingehend mit Hypnose und dem deutschen Arzt Mesmer beschäftigte; doch das ist beileibe nicht alles.

Kiyoshi Kurosawa (Pulse) inszenierte Cure – Kyua in kühlen Bildern, mit einer fast schon frostigen Atmosphäre und bewusst einfachen Mitteln. Seine Charaktere sind zwar Menschen, greifbar, mit Schwächen, was den realistischen Stil des Films nur noch mehr verstärkt. Doch Mamiya ist noch viel mehr als das, ein Dämon in Menschengestalt, der es mit einem Hannibal Lector oder John Doe aufnehmen kann. Dabei verzichtet Kurosawa jedoch auf spektakuläre Action- und Schock-Sequenzen. Stattdessen entwickelt der nüchtern gehaltene Film eine bedrohliche Stimmung, die den Zuschauer gefangen nimmt. So wird man Zeuge eines psychologischen Duells zwischen Takabe und Mamiya, das sich bis zu seinem eisigen Ende konsequent steigert. Die fantastisch agierenden Schauspieler tragen ihren Teil zum Gelingen des Films bei. Ein intelligenter, hochspannender Horror-Thriller abseits ausgetretener Genre-Pfade.

5. Ju-on: The Grudge (2002)

Der dritte Film des „Ju-on“-Franchise wurde erstmalig für die Kinoleinwand produziert und von Takashi Shimizu gedreht, der auch bei den ersten zwei „Ju-on“-Filmen auf dem Regiestuhl saß.

Eine alte Frau braucht bei ihrem alltäglichem Leben Hilfe und so wird die Sozialarbeiterin Rika zu ihrem Heim geschickt, um zu helfen. Doch in dem Haus ist irgendwas faul, die alte Dame ist verwahrlost, die Wohnung heruntergekommen, zudem hört Rika noch seltsame Geräusche. Doch als sie plötzlich noch einen kleinen Jungen in einem Schrank findet, geht der Horror erst richtig los.

So stark ich den Film auch in den Himmel lobe, ihr braucht viel Durchhaltevermögen bei der Sichtung dieses Streifens. Die mittelmäßigen Schauspieler, eine wirre Episodenaufteilung des Plots und ein schwaches Grundgerüst der Story gewinnen keine Preise. Wer damit jedoch klar kommt, erlebt ein wahres Horror-Spektakel. Schon von Anfang an packt einen die bitterböse Atmosphäre des Films. Man erlebt eine Gruselszene nach der anderen, deren Intensität sich erfreulicherweise nicht abnutzt. Das ist J-Horror pur.

4. Noroi: The Curse (2005)

Masafumi Kobayashi, ein Dokumentarfilmer und Autor, der sich dem Studium des Paranormalen verschrieben hat, ist verschwunden. Sein Haus ist niedergebrannt und man findet in den Ruinen seine tote Frau. Kobayashi hinterlässt jedoch auch ein unvollendetes Video, „The Curse“ genannt. Darin schildert er seine Recherchen über eine mysteriöse Frau und ein Mädchen mit übersinnlichen Fähigkeiten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten, außer dass beide spurlos verschwanden. Von einem Mann, der sich in Alufolie kleidete, erfuhr er, dass das Mädchen angeblich von ektoplastischen Würmern entführt worden sei. Kobayashi machte sich mit seinem Team auf die verhängnisvolle Suche nach den beiden.

Anhand von TV-Ausschnitten, Interviews, zufällig und bewusst gefilmten Video-Sequenzen weiht Regisseur Kôji Shiraishi (Carved) den Zuschauer in die Schnitzeljagd der Dokumentarfilmer ein. So erlebt der Zuschauer, wie sich aus vielen Einzelteilen nach und nach ein Puzzle zusammensetzt, dass zunehmend sogartig, dabei immer rätselhafter, verstörender und beängstigender gerät.
Der leider völlig unterschätzte Film ist ein Highlight des „Found Footage“-Films und des modernen J-Horror-Films. Dabei ist er alles andere als typisch fürs Genre, ebenso komplex in seiner Handlung wie durchdacht in seiner Gestaltung. Wenn man sich auf die Handlung einlässt, die geschickt das alltägliche „Normale“ in einen abnormen Schrecken steigert, vergehen auch die knapp zwei Stunden Spielzeit wie im Flug. Schließlich wird man mit einer Pointe zurückgelassen, die ebenso bitterböse wie konsequent ist.

DarkForest

DarkForest

Seid gegrüßt,
Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
DarkForest

...und was meinst du?