Unsane (2018) – Review

Unsane

Der sowieso sehr experimentierfreudige Regisseur Steven Soderbergh ist bei der Erschaffung des Thrillers Unsane ein großes Wagnis eingegangen. Welches das war, ob das Experiment geglückt ist und was man von dem Film erwarten kann, erfahrt ihr den folgenden Zeilen.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Unsane
USA
98 Minuten
Steven Soderbergh
Jonathan Bernstein, James Greer
Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoa u.a.

Eine junge Frau wird von einem Mann gestalkt. Obwohl der Fall polizeilich bekannt ist und sie gerade eine neue Stelle in einer anderen Stadt angefangen hat, sieht sie in den Stalker in ihren Flashbacks überall. Um das Trauma zu bewältigen, redet die junge Frau mit einer Therapeutin einer Psychiatrie. Vermeintlich durch ein Missverständnis wird sie aber daraufhin in die Anstalt zur Beobachtung eingewiesen und sie muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Peiniger hier anscheinend als Pfleger arbeitet.

Der Film mit Claire Foy (bekannt u.a. aus der Serie The Crown) in der Hauptrolle als Stalkingopfer ist ein gut gelungener Thriller, dem allerdings die ganz großen Überraschungsmomente fehlen. Die Geschichte ist nicht neu, die Elemente, die den Zuschauer verwirren sollen, sind nicht neu, aber die Umsetzung ist gut gelungen und man langweilt sich nicht. Der restliche Cast spielt gut und man darf sich auf einen schönen Überraschungsauftritt freuen.

Der eigentliche Kniff des Films von Steven Soderbergh, der für Filme wie Traffic – Die Macht des KartellsErin Brockovich oder der „Ocean’s 11/12/13„-Reihe bekannt ist, ist die Herstellungsweise: er verzichtete komplett auf professionelle Kameras und verwendete stattdessen iPhones und ging damit ein großes Qualitäts-Wagnis ein. Das Experiment funktioniert auch an den meisten Stellen wunderbar, so dass man ganz vergisst, womit der Film gedreht wurde. Auch fällt es nicht weiter ins Gewicht, dass es weder Zooms noch große Kamerafahrten gibt, weil der Zuschauer das bei dem ruhig gespielten Film eigentlich auch nicht vermisst. Aber an manchen Stellen ist dann doch die Begrenztheit der Smartphone-Kamera sichtbar – beispielsweise sind manche Szenen dann doch etwas körnig oder unterbelichtet und als Bodycam taugt das Telefon auch nur begrenzt.

Insgesamt betrachtet ist Soderberghs Experiment doch geglückt: er hat bewiesen, dass man mit einem Handy einen Kinofilm drehen kann. Dabei ist auch noch ein guter Thriller herausgekommen, den man nicht zwingend im Regal stehen haben muss, aber der zu unterhalten weiß.

 

Bewertung

SpannungRating: 3 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 3 von 5

Bildquelle: Unsane © 20th Century Fox

Andreas

Andreas

Seit 40 Jahren erlebe ich den Horror dieser Welt. Kein Wunder, dass sich das auch auf meinen Filmgeschmack niederschlägt. Um das Klischee zu vervollständigen: ich mag Metal 🙂
Andreas

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