13 Backwood-Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Backwood-Horror

8. The Hills Have Eyes (2006)

Wie schon in Wes Cravens Original verschlägt es auch in Alexandre Ajas Remake von 2006 eine bürgerliche Familie auf ihrem Weg in den Urlaub in abgelegene Ecken der Wüste New Mexicos. Die Hügel der Wüste sind jedoch nicht unbewohnt.

Aja ist mit seiner Adaption des 70er-Terror-Klassikers eines der besten Remakes aller Zeiten gelungen. Craven selbst hat das Remake produziert und auch am Drehbuch mitgeschrieben. Inhaltlich entfernt sich Aja auch kaum von Craven und bleibt der Geschichte im Kern treu. Auch den gesellschaftspolitischen Subtext übernimmt der Regisseur von seinem Vorbild und betont diesen sogar noch einmal. Besonders in den Szenen rund um eine Modellstadt für Atombombentests kann das Remake noch einmal so richtig überzeugen und auch aus dem Schatten seines Vorgängers heraustreten.

Alexandre Ajas Inszenierung ist trotz Hochglanzoptik wundervoll dreckig und erzeugt ein tolles, trostloses Wüsten-Flair. The Hills Have Eyes gehört daher auch zu jenen Remakes, denen es gelingt ihre Vorlage ins heute zu transportieren und die dennoch den Geist des Originals atmen.

7. Wolf Creek (2005)

Als Kenner des Backwood-Horror-Genres weiß man zwar genau, was auf einen zukommt und es wird auch (fast) genau so kommen. Im Falle von Wolf Creek ist das jedoch gar nicht weiter tragisch, denn Regisseur und Drehbuchautor Greg McLean nimmt sich im Gegensatz zu vielen Genrekollegen Zeit, seine Geschichte zu entfalten. Die Exposition breitet sich langsam aus und erlaubt uns, die ProtagonistInnen und das Gefühl der Verlorenheit im australischen Outback kennen zu lernen. Dem kommt stark zu Gute, dass wir es nicht mit den üblichen stereotypen Teenie-Horror-Charakteren zu tun haben. McLean nimmt seine Charaktere ernst und sieht sie nicht nur als Schlachtvieh, was auch die DarstellerInnen authentisch füllen können. Man gewöhnt sich an die Zeit mit ihnen, fühlt sich wohl und das Unheil kommen sehend wird es einem dann doch etwas unbehaglich.

Zudem ist die Kameraarbeit über weite Strecken wirklich traumhaft. Insbesondere die Low-Key-Gegenlichtaufnahmen sehen oft atemberaubend aus und vor allem die Bilder aus der Totalen vermitteln sehr gut das Gefühl der Freiheit, aber eben auch der Verlorenheit. Die Kamera ist bei diesen anfänglichen Sequenzen oft recht statisch und wird erst im Laufe des Films dynamischer, was der Dramaturgie des Films in die Hände spielt.

Das Finale bietet dann ganz klassisch dreckigen und brutalen Survival-Horror, lässt aber leider hie und da an den Handlungslogiken der Charaktere etwas zweifeln. Dies tut jedoch dem Spannungsbogen, der gut aufbereitet wurde, keinen Abbruch und es darf fleißig mitgefiebert werden, denn wer schlussendlich überlebt entzieht sich den üblichen Genre-Konventionen.

6. The Descent (2005)

Fünf Freundinnen treffen sich regelmäßig, um ein paar Tage mit Extremsportarten zu verbringen. Eine der Frauen hat vor einiger Zeit ihre Familie bei einem schlimmen Autounfall verloren, trotzdem wagt sie sich in das neue Abenteuer – das Erforschen eines anscheinend unentdeckten Höhlensystems. Doch in der Tiefe befindet sich weit mehr als nur Fledermäuse und so wird der Trip zum puren Horror.

Der britische Film von Neil Marshall war ein Überraschungserfolg und wird oft zu den besten Horrorfilmen der 2000er Jahre gezählt. Die Enge der Höhle wird sehr gut eingefangen, so dass extreme klaustrophobische Gefühle entstehen. Die Splattereffekte sind jeweils kurz, aber relativ heftig. Die Geschichte ist auch schön doppeldeutig, denn der titelgebende Abgrund beschreibt nicht nur die Höhle, sondern auch die seelischen Abgründe einiger der Protagonistinnen und, ohne zu viel zu verraten, das Ende ist überraschend böse.

Die Fortsetzung kann man leider nur noch als solide bezeichnen, denn die eigentliche Geschichte ist schon im ersten Teil erzählt.

5. Die letzten Amerikaner (1981)

1973: Die Nationalgarde führt in den Sümpfen von Louisiana eine Reserveübung durch. Eine Einheit stößt auf einen nicht verzeichneten Fluss, wo sie wenig später drei Kanus finden, die dort verlassen vor Anker liegen. Kurzerhand nehmen sie sich die Boote und paddeln auf den Fluss. Da bemerken sie, wie hinter ihnen die Cajuns auftauchen, denen die Boote gehören. Einer der Gardisten feuert aus seiner mit Platzpatronen bestückten Waffe auf die Sumpfbewohner – was diese mit einem gezielten Schuss erwidern, der den Truppenführer trifft und tötet. Nun flüchten die Gardisten, verfolgt von den Cajuns, quer durch die riesigen, unwirtlichen Sümpfe.

Southern Comfort ist ein rasant inszenierter Actionfilm mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik, der fast vollständig in der Sumpflandschaft gedreht wurde. Walter Hill (Nur 48 Stunden) und David Giler (Alien 1-4) schrieben und Hill inszenierte den Film. Zur prominenten Besetzung zählen u.a. Keith Carradine (Dexter), Powers Boothe (Dämonisch) und Fred Ward (Tremors – Im Land der Raketenwürmer). Sie überzeugen in zwar grob skizzierten Rollen, die jedoch genug Profil besitzen, um der Gruppe im Handlungsverlauf eine eigene, gefährliche Dynamik zu verleihen. Der Score von Ry Cooder (Crossroads) unterstreicht die düstere Atmosphäre des Films stimmungsvoll, die (sehr komplizierte) Kameraarbeit ist absolut routiniert. Ein Highlight des 80er Jahre Action-Kinos ebenso wie des Backwoods-Films.

4. Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

Ed (Jon Voight, Heat), Lewis (Burt Reynolds, Boogie Nights), Bobby (Ned Beatty, Network) und Drew (Ronny Cox, Total Recall) aus Atlanta machen eine Wildwasser-Tour über einen Fluss in der Wildnis Georgias. Sie wollen dabei Spaß haben und die Natur erleben, bevor diese einem künstlichen See weicht. Als Ed und Bobby an einem Ufer anlegen, werden sie von bewaffneten einheimischen Männern überfallen, Ed gefesselt und Bobby von einem der Männer vergewaltigt. Der Vergewaltiger wird von Lewis erschossen, seinem Kumpan gelingt es, zu fliehen. Sie begraben den Toten und rudern eilig weiter, als Drew an einer Stromschnelle ins Wasser stürzt. Offenbar ist ihnen der flüchtige Hinterwäldler auf den Fersen.

Deliverance ist ein Backwoods-Film, der entstand, bevor es das Genre gab und der maßgeblichen Einfluss auf das Genre hat. Die Grundidee der Großstädter, die auf der Suche nach Spaß in der gesetzlosen Wildnis an degenerierte Hinterwäldler geraten und um ihr Leben kämpfen müssen, ist klassisch und oft verfilmt. John Boorman (Point Blank) setzte das Geschehen nach der Romanvorlage von James Dickey konsequent in Szene, die Vergewaltigungsszene schockiert auch heute noch. Die vier Darsteller gingen (unversichert) bei den Dreharbeiten weit über die Grenzen dessen, was rein legal von Schauspielern erwarten werden durfte. Sie führten sämtliche Stunts selbst aus und verschworen sich dabei zu einer Gemeinschaft, deren Geschlossenheit man ihnen jederzeit ansieht. Trotz der widrigen Umstände bei den Aufnahmen ist auch die Kameraarbeit von Vilmos Zsigmond (Die durch die Hölle gehen) bemerkenswert. Der Film ist ebenso legendär wie sein musikalisches Hauptthema, Dueling Banjos, und wurde 2008 in das National Film Registry aufgenommen. Einer der großen Film-Klassiker der 1970er.

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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