13 französische Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Französische Horrorfilme

3. Augen ohne Gesicht (1960)

Augen ohne Gesicht auch bekannt unter dem reißerischen Titel Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff ist einer der Horrorklassiker des französischen Kinos und hat insbesondere das europäische Horrorkino maßgeblich beeinflusst, wie zum Beispiel Jess Franco, aber auch John Carpenter sieht den Film als Inspiration für Halloween an.

Der Film dreht sich um einen Chirurgen und seine durch einen Unfall entstellte Tochter. Um das Gesicht seiner Tochter durch Hauttransplantationen wieder herzustellen, schreckt er vor nichts zurück.

Die in Schwarz-Weiß gefilmte Horrormär erzählt in seinen wundervoll poetischen Bildern eine erschreckende und tragische Geschichte. Georges Franju versteht den Horror aus einer Familientragödie heraus entstehen zu lassen und hat mit Pierre Brasseur als gottgleicher, eiskalter Chirurg, Alida Valli als dessen Assistentin und Edith Scob als dessen Tochter ein großartiges Ensemble bei der Hand, die es schaffen dem Drama Leben einzuhauchen. Ähnlich wie auch schon bei großen Genreklassikern wie Frankenstein ist es auch hier das herzzerreißende Schicksal, welches den Film erdet und den sich ausbreitenden Horror so erschreckend macht.

Ein Klassiker, der auch heute nichts von seiner Kraft und Schönheit eingebüßt hat.

2. Der Mieter (1976)

Der Bürokrat Trelkovsky (Roman Polanski, Rosemaries Baby), ist in Paris auf der Suche nach einem Apartment. Dabei stößt er auf eines, dessen Mieterin, Simone, sich durch einen Fenstersturz selbst zu töten versuchte. Er besucht sie im Krankenhaus, wobei er die Bekanntschaft von Stella (Isabelle Adjani, Possession) macht, einer Freundin von Simone, der er sich als Simones Freund vorstellt. Als er das Apartment übernimmt, bemerkt er, dass um ihn herum seltsame Dinge geschehen und auch die Atmosphäre des Apartments bedrückt ihn zunehmend. Obendrein beschweren sich die anderen, seltsamen Mieter ständig über den Lärm, den er angeblich verursacht, selbst wenn er nicht daheim ist. Alsbald glaubt er, dass mehr dahinter steckt – wollen ihn seine Nachbarn etwa in den Wahnsinn treiben?

Roman Polanski überzeugt als Regisseur und brilliert in der Hauptrolle. Der Film ist bis in die kleinsten Nebenrollen prominent und treffend besetzt, es spielen u.a. Shelley Winters (Die Nacht des Jägers) und Melvyn Douglas (The Changeling). Der nach der Romanvorlage von Roland Topor (Der wilde Planet) 1976 gedrehte Film besitzt eine geradewegs kafkaeske Atmosphäre und lässt sich als düsterer Kommentar zu gesellschaftlichen Strukturen werten. Die wachsende Verstörung von Trelkovsky ist intensiv spürbar und wird durch die Handlungen seiner Mitmenschen bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Polanski, der zusammen mit Topor auch das Drehbuch schrieb, steigert mit dem zunehmenden Wahn seines Protagonisten gekonnt auch die Spannung und Stimmung. Ein Klassiker des Paranoia-Horrorfilms.

1. Die Teuflischen (1955)

Christina Delassalle (Véra Clouzot, Lohn der Angst) gehört ein Internat, das von ihrem Mann Michel geleitet wird. Michel schlägt sie und die ihnen anvertrauten Kinder, führt sich wie ein Despot auf und betrügt seine Frau vor ihren Augen. Unter anderem mit Nicole Horner (Simone Signoret, Goldhelm), einer Erzieherin der Schule, doch auch diese leidet unter seiner Tyrannei. Da beschließen die beiden Frauen, ihn umzubringen. Gesagt, geplant, getan ertränken sie ihn und werfen seine Leiche nachts in den Swimmingpool des Internats, wo der nächstbeste sie am nächsten Tag finden soll. Am nächsten Morgen – die Leiche ist verschwunden; dafür häufen sich mysteriöse Ereignisse. Bald scheint es so, als wäre Michel von den Toten zurückgekehrt.

Der Film basiert auf der Romanvorlage des Autoren-Gespanns Boileau-Narcejac (Vertigo). Henri-Georges Clouzot (Lohn der Angst) schrieb die Vorlage völlig um, allerdings so überzeugend, dass ihm gar die Autoren gratulierten. Clouzot, der den Film-Klassiker auch produzierte, inszenierte ein Meisterwerk mit subtiler, straff inszenierter Spannung. Die Schauspieler sind hervorragend ausgewählt und spielen bestechend. Die Handlung ist absolut auf die eigentliche Geschichte fokussiert, die von den Charakteren vorangetrieben wird. Dabei vergaß Clouzot auch nicht, der Beziehung von Christina und Nicole einen dem Roman entsprechenden Subtext zu verleihen, der Zeit (1955) entsprechend zurückhaltend, aber doch vorhanden. Die Atmosphäre ist düster und albtraumhaft, der Spannungsaufbau mustergültig, die Handlung pointiert. Neben drei Remakes inspirierte Die Teuflischen zahlreiche Filme, u.a. Augen ohne Gesicht und Ein Toter spielt Klavier. Sogar Alfred Hitchcock, der mit Vertigo einen weiteren Roman des Autoren-Duos verfilmte, zollte dem Film seinen Respekt. Ein frühes, stilbildendes Meisterstück des psychologischen (Horror-)Thrillers.


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