The Strangers: Opfernacht (2018) – Review

The Strangers 2

The Strangers: Opfernacht ist das Sequel zum Home-Invasion-Hit von 2008. Nach 10 Jahren sind der Maskierte, Dollface und Pin-Up-Girl wieder zurück.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

The Strangers: Prey at Night
USA/Großbritannien
85 Minuten
Johannes Roberts
Ben Ketai
Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison u.a.

Das Ehepaar Cindy und Mike wird mit beiden Kindern auf die Straße gesetzt. Das Haus ist weg. Um die zerrütteten Verhältnisse untereinander wieder zu glätten und die Tochter zum Internat zu bringen, unternimmt die vierköpfige Familie einen Ausflug in einen abgelegenen Wohnwagenpark. Kurz nach der Ankunft findet die Familie jedoch die Leichen der Verwandtschaft. Onkel und Tante wurden von den „Strangers“ heimgesucht und diese beginnen sofort, Jagd auf die vier zu machen…

The Strangers: Opfernacht ist ein solider Slasher mit vier Opfern in einem vernebelten Trailerpark – wer jetzt genau das von dem Film erwartet, wird absolut nicht enttäuscht werden. Leider liegt meine persönliche Messlatte etwas höher als es dieses Szenario zulässt. So etwas in der Art hat es in den 70ern und 80ern zuhauf gegeben und da schaue ich mir lieber die Originale an, anstatt eine (fast) 1:1-Kopie. Besser als der erste Teil, der in den 2000ern als bester Home-Invasion-Thriller gehypet wurde, ist er allemal. Leider etwas blutarm, allerdings soll auch eine Unrated-Fassung auf BD/DVD in ein paar Monaten folgen. Die Unrated-Fassung soll eine Minute länger und zusätzlich wird beim Release ein alternatives Ende als Bonus enthalten sein. Wer nicht bis Ende September auf die Heimauswertung warten will und außerdem des Englischen mächtig ist, kann sich den Film bereits als DVD/BD importieren.

Beim Film bleiben wir erstmal auf der Haben-Seite: Er ist durchaus kurzweilig, zeitweise echt spannend und hat einen genialen 80er-Jahre-Soundtrack. Dennoch wollte der Funke bei mir nicht so recht überspringen, es fehlt eben das gewisse Etwas, was zum Beispiel Terrifier durchaus besitzt. Der hat mit Art, dem Clown, einen starken Fiesling zu bieten, welcher durchaus über genug Potential verfügt, zur neusten Horror-Ikone aufzusteigen. Da kommen die maskierten „Strangers“ irgendwie zu harmlos daher. The Strangers: Opfernacht ist eher ein Film für zwischendurch, den man mal gesehen und schnell wieder vergessen hat. Den Charakteren fehlt es an Authentizität, um gleich zu Beginn des Films eine gewisse Dynamik in die (missglückte) Ausgangssituation zu bringen, bevor die „Strangers“ ihr Unwesen treiben. Außerdem bekommen wir keine direkte Fortsetzung zu sehen, vielmehr eine formelhafte Neuerzählung der Geschichte. Alles leider nach bekanntem Schema ohne wirkliche Überraschungen. Hätte der Film den ersten Teil fortgesetzt, wäre Liv Tylers Figur wenigstens als Verbindungsstück der beiden Filme dabei, wie es in der originalen Drehbuchfassung auch geplant war. Stattdessen wurde nochmal alles in eine, mir zu konstruierte Version der Geschichte umgeschrieben. Man nehme eine vierköpfige Familie, drei „Strangers“, ein wenig Gore und einen guten Soundtrack.

Also „Fast-Food fürs Gehirn“: Keine große Enttäuschung, auch wirklich kein großer Grund zum Meckern, allerdings eben auch nicht wirklich der Rede wert. Nichts Neues oder gar Innovatives auf diesem Terrain, weder vor noch hinter der Kamera. Reiht sich bei mir ein in „Die besten Sonntag-Nachmittagsfilme aller Zeiten“. Allerdings muss es da auch schon aus Eimern gießen, damit ich vorm Fernseher hocken bleibe.

Bewertung

SpannungRating: 3 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 2 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: The Strangers: Opfernacht © SquareOne/Universum

Thomas Ortlepp

Thomas Ortlepp

Horrorfilme sind für mich das einzige sinnvolle Ventil, um Frust und Aggressionen abzubauen – wenn sie gut gemacht sind. Andernfalls verhält es sich genau umgekehrt: Wenn sie schlecht sind, werde ich zum Hulk!
Thomas Ortlepp

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