Bedrohliche Kinder in Horrorfilmen: 13 Filme, die ihr gesehen haben solltet

Kinder in Horrorfilmen

8. Ich seh Ich seh (2014)

Nachdem ihre Mutter nach einer Operation mit Bandagen im Gesicht (Augen ohne Gesicht lässt grüßen) zurückgekehrt ist, wirkt sie auf die Zwillinge Elias und Lukas verändert, irgendwie anders – bis hin zu der absoluten Gewissheit: das ist nicht die Mama! Die Ängste, die Unsicherheiten und das Misstrauen verstärken sich zunehmend, das Verhältnis unter den drei Protagonisten wird zunehmend distanzierter, feindseliger – bis zum infernalen Finale.

Wie schon in The Other gibt es auch in der österreichischen Produktion Ich seh Ich seh einen ähnlichen Twist, der sich schon früh ankündigt – ich möchte gar behaupten der sich bewusst ausbreitet. Es ist die Familientragödie, die sich schlussendlich offenbart, die alles in einen Deutungsrahmen steckt. Lukas starb bei einem Tauchwettbewerb zwischen den zwei Zwillingen, was die Familie auf einer individuellen wie auch gruppendynamischen Ebene zerstört hat. Ein gravierender Sprung in der heilen Glasoberfläche der Familie. Ich seh Ich seh ist die Geschichte darüber wie das Glas bricht. Wie Elias mehr und mehr seiner paranoiden Schizophrenie zum Opfer fällt und wie die Beziehungen aufgrund der Tragödie auseinanderdriften.
Schlussendlich bleibt Elias nur noch die reinigende Kraft des Feuers, um den Urzustand der heilen Familie wieder herzustellen.

7. So finster die Nacht (2008)

Die skandinavischen Länder haben ein Händchen für gute (Horror-)Filme, wie den meisten Genrefans weitgehend bekannt ist. Streifen wie When Animals Dream, What We Become oder auch Sauna belegen eindrucksvoll, wie gut ruhiger und intensiv-atmosphärischer Horror funktionieren kann. Bei So finster die Nacht handelt es sich wohl um einen der besten Vertreter dieser Art.

Der 12-jährige Oskar hat es in seinem Leben nicht gerade leicht: Sein Alltag wird dadurch bestimmt, von einer Gruppe Mitschüler gehänselt und schikaniert zu werden. Dazu Eltern und Lehrer, die für die Probleme ihres Schutzbefohlenen blind zu sein scheinen und niemanden, der ihm als wirkliche Bezugsperson zur Seite steht. Als er jedoch die gleich alte, geheimnisvolle Eli kennenlernt, findet Oskar nicht nur endlich eine richtige Freundin, sondern auch ein Ventil für seine unterdrückten und kalten Rachephantasien. Fast schon angsteinflößend apathisch nimmt er die Gewalt, die von seiner neuen und unmenschlich scheinenden Spielgefährtin ausgeht auf und fasst dadurch genügend Selbstbewusstsein, um für seine Drangsalierer selbst zur Bedrohung zu werden.

Die unterkühlte Kulisse erschafft zusammen mit der fast schon als selbstverständlich angesehenen Gewalt eine Atmosphäre, die man in vielen Horrorfilmen vergeblich sucht. Obwohl die permanente Bedrohung durch die sich stets (für alle Parteien) wechselnden Peiniger komplett von Kindern ausgeht, führt uns die sehr ruhige Erzählweise von So finster die Nacht zu einem Showdown, der vom Wesen her gewalttätiger und verstörender kaum sein könnte. Am Ende ist ein weiterer gefühllos verursachter Tod doch nur ein Weg aus der Kälte ins Licht.

6. An American Crime (2007)

An American Crime basiert auf der wochenlangen Folter und dem Mord an Sylvia Likens durch ihre Ziehmutter Gertrude Baniszewski, zwei ihrer Stiefgeschwister sowie zwei Nachbarsjungen im Jahr 1965. Nicht nur die überaus grausamen Foltermethoden machen diese Tragödie dermaßen schockierend, sondern auch, dass die Folter zu einem großen Teil von Kindern und Jugendlichen ausging.

Wahrlich harter Tobak und ein Film der mir immer wieder an die Nieren geht. In der Verfilmung von Tommy O’Haver übernahm Ellen Page die Rolle der Sylvia Likens und Cahterine Keener jene von Gertrude Baniszewski. Der Film besticht insbesondere durch seine zurückhaltende Inszenierung und versucht glücklicherweise nicht das Thema auszuschlachten. Schlussendlich ist das daraus entstehende Kopfkino ohnehin viel schlimmer als ein Film je sein könnte.

Beklemmender Einblick in menschliche Abgründe und die Banalität des (kindlichen) Bösen.

5. Friedhof der Kuscheltiere (1989)

Der Film Friedhof der Kuscheltiere von Mary Lambert entstand nach dem gleichnamigen Buch von Stephen King aus dem Jahr 1983, die Ramones steuerten den legendären Soundtrack bei und Meister King hat einen Cameoauftritt als Priester.

Die Schlüsselszene des Films – der LKW-Unfall – ist so beeindruckend inszeniert und geschnitten, dass sie dem Zuschauer auch nach mehrmaligen Schauen berührt und schockt. Was aus Gage, dem jüngsten Sohn der Familie, nachher wird, schockiert umso mehr. Der Junge mutiert zum mordenden Albtraum und erschüttert, obwohl sein Auftritt nur relativ kurz ist, den Zuschauer bis ins Mark. Das Gehirn weigert sich zu glauben, dass der immer noch niedliche Junge sich zu so einem Monster gewandelt hat. Da fragt man sich ernsthaft, wie die Filmcrew das Kleinkind getriggert hat, um solche Gesichtsausdrücke bei ihm auszulösen.

Dieser Film ist auch der einzige sehenswerte Film von Mary Lambert und die Atmosphäre ist wie die Erde des alten Indianerfriedhofs: verdorben.

4. Der Exorzist (1973)

„Deine Mutter lutscht Schwänze in der Hölle!“

So klingt das, wenn die wohlerzogene Regan MacNeil von einem Dämon besessen wird.

William Friedkins Exorzist von 1973 gehört nach wie vor zu den ganz großen Klassikern des Horrorgenres. Mit Grauen muss man mit ansehen wie aus der süßen, kleinen Regan immer mehr ein besessenes Monster wird. Linda Blair liefert hier eine wundervolle Leistung ab und die Spezialeffekte von Makeup-Pionier Dick Smith kann man nicht hoch genug würdigen.

Die Großteils ans Bett gefesselte Regan strömt eine Bösartigkeit und Bedrohlichkeit aus, dass es mir auch heute noch eiskalt den Rücken runter läuft.

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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