Terrifier (2017) – Review

Terrifier

Terrifier gehört zu den gnadenlosesten Slashern, die wir in letzter Zeit zu Gesicht bekommen haben. Schnörkellos, brutal, mitten in die Fresse!

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Terrifier
USA
82 Minuten
Damien Leone
Damien Leone
David H. Thornton, Jenna Kanell, Catherine Corcoran u.a.

Der Killerclown Art ist kein Neuling im Filmgeschäft, feierte er doch schon seine Premiere im ausgezeichneten Anthologie-Film All Hallow’s Eve von 2013 ebenfalls unter der Führung von Regisseur Damien Leone (Frankenstein vs. The Mummy, All Hallow’s Eve). Leone ist auch dieses Mal wieder vielseitig involviert und nimmt nicht nur auf dem Regiestuhl Platz, sondern tobt sich auch bei den Spezialeffekten und dem Makeup aus. Zudem hat er das Drehbuch beigesteuert, den Film selbst geschnitten und auch mitproduziert.

Der Psychokiller-Clown Art (David Howard Thornton, Gotham) spielt makabre Todesspiele mit den Frauen, denen er begegnet. Seine ersten beiden potenziellen Opfer sind Tara (Jenna Kanell, The Bye Bye Man) und Dawn (Catherine Corcoran, Return to Nuke ‘Em High), die beim Pizzaessen erstmals auf die mysteriöse Gestalt treffen. Nachdem der Besitzer der Pizzeria ihn rauswirft, weil er das WC vollgesaut hat und außerdem nichts bestellt, geht es in bester 80er-Jahre-Slasher-Manier los mit den Morden…

Klingt kaum originell und nur nach der tausendsten 08/15-Halloween-Kopie? Weit gefehlt!
Klar, im Slasherbereich war vieles schon einmal da, allerdings selten so drastisch und konsequent, wie uns das hier vorgeführt wird. Handwerklich stark in Szene gesetzt, mordet Art alles, was sich ihm in den Weg stellt. Die restlichen Charaktere werden nicht großartig eingeführt, sind aber ohnehin nur zweitrangig. Sie sind schlussendlich nicht mehr als die Leinwand für die hervorragend umgesetzten Morde. Hier wird nicht nur mit einem Küchenmesser rumgefuchtelt, es stehen noch eine Menge anderer Werkzeuge zur Verfügung. Der Clown setzt einen ganzen Haufen an Foltergeräten ein, wobei teils sogar kreative und innovative Ideen mit dabei sind. Die Spezialeffekte sind erstklassig und in Handarbeit entstanden, was ein weiterer guter Grund ist, zum Film zu greifen.

Der Knackpunkt bei so einem Film stellt der Antagonist dar und hier ist Art der gruseligste Schurke, den ich in diesem Jahr bisher entdeckt habe, sodass ich über die kleinen Fehltritte des Films locker hinwegsehen kann. Bei der Gegenüberstellung von Pennywise und Art ist  It (2017) der klare Verlierer. Wo Pennywise die übernatürliche Verkörperung der Angst ist, ist Art ein Psychopath aus Fleisch und Blut, der keine Gnade zeigt, und das mag um vieles beängstigender sein, als der hektische CGI-Clown, der mich einfach nur genervt hatte.

Regisseur Leone ist kompetent und gut vertraut mit den Motiven des Genres, wodurch er gleichermaßen Spannung und Gore gut im Film unterbringen kann. Ich bin mit hohen Erwartungen an Terrifier rangegangen, die auch erfüllt wurden. Straff, brutal, atmosphärisch und gefüllt mit Spannung. Nicht nur für Fans von 80er-Slashern sehr zu empfehlen!

 

Bewertung

SpannungRating: 3 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
Gewalt Rating: 5 von 5
Ekel Rating: 4 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Terrifier © Dark Age Cinema

Thomas Ortlepp

Thomas Ortlepp

Horrorfilme sind für mich das einzige sinnvolle Ventil, um Frust und Aggressionen abzubauen – wenn sie gut gemacht sind. Andernfalls verhält es sich genau umgekehrt: Wenn sie schlecht sind, werde ich zum Hulk!
Thomas Ortlepp

...und was meinst du?