13 Horror-Episodenfilme, die ihr gesehen haben solltet

8. Asylum (1972)

Die britische Filmschmiede Amicus war so etwas wie die Konkurrenz zu den legendären Hammer Studios und konnte neben einigen Doctor-Who-Verfilmungen auch mit schaurig-schönen Horroranthologien aufwarten. Eine der besonders sehenswerten ist Asylum.

Hier kommt ein junger Psychiater in eine Irrenanstalt und erfährt von einem Wärter die schicksalhaften Geschichten der einzelnen Insassen. Herbert Lom (Dead Zone), Britt Ekland (The Wicker Man), Patrick Magee (Uhrwerk Orange) und Dauergast in Amicusfilmen Peter Cushing sind unter anderem die Darsteller dieses durch und durch gelungenen Episodenfilms. Dabei geht es unter anderem um wieder zu Leben erwachte zerstückelte Leichen, Killerroboter und Psychopathen. Insgesamt konnte Regisseur Roy Ward Baker, der auch für Hammer drehte nach der Vorlage von Robert Bloch (Psycho) einen atmosphärisch dichten Gruselstreifen erschaffen, der auch aufgrund der tollen schauspielerischen Leistungen in eine ordentliche Filmsammlung gehört.

7. Creepshow (1982)

Mit Creepshow inszenierten Regisseur George A. Romero und Drehbuchautor Stephen King eine wundervolle Hommage an die DC- und EC-Horrorcomics. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der ein Junge in dem fiktiven Horrorcomic Creepshow liest, werden uns hier 5 Episoden präsentiert, deren Spannweite von Zombies über Monster bis zu Psychohorror reicht. Immer wieder werden comichafte Elemente benutzt, was dem Film einen eigenständigen Look gibt – was auch das besondere Qualitätsmerkmal des Films ist.

Auch die Besetzung kann sich sehen lassen, reicht sie doch von Leslie Nielsen über Adrienne Barbeau bis zu Ted Danson und Hal Holbrook. Der Horror-Kultautor King spielt sogar die Hauptrolle in der Episode „The Lonesome Death Of Jordy Verril“ und kann hier zeigen, dass in ihm auch ein schauspielerisches und komödiantisches Talent steckt.

Insgesamt ist Romero und King – im Gegensatz zu seinem furchtbaren Eigengewächs Maximum Overdrive – hier ein herausstechendes Meisterwerk gelungen, welches einfach riesigen Spaß macht.

6. Geschichten aus der Gruft (1972)

Fünf Fremde finden bei einer Führung durch alte Katakomben einen geheimen Raum. Dort treffen sie auf einen mysteriösen Mann, der ihnen Geschichten erzählt, in denen sie die Hauptrollen spielen.
Joanne („Denver Clan“-Biest Joan Collins) ermordet am Weihnachtsabend ihren Mann. Kurz darauf wird sie von einem aus der Psychiatrie ausgebrochenen Mörder belagert.
Carl verlässt heimlich seine Familie, um mit seiner Geliebten zusammenzuleben. Wenig später erlebt er einen Autounfall mit erschreckenden Konsequenzen.
Die Elliotts verachten ihren Nachbarn (Peter Cushing, Frankensteins Fluch) der von den Nachbarkindern verehrt wird. Um ihn zu vertreiben, starten sie eine Hetzkampagne, die verheerende Folgen nach sich zieht.
Die Frau eines Geschäftemachers kauft eine Statue, die drei Wünsche erfüllen soll. Da sie kurz vor dem Bankrott stehen, lautet der erste Wunsch Geld. William W. Jacobs „Die Affenpfote“ stand hier Pate.
Major Rogers ist der neue Verwalter eines Blindenheimes. Während er im Luxus lebt, streicht er rigoros alle Ausgaben für die Blinden. Als einer der Blinden stirbt, nehmen diese grausame Rache.

Mit Ausnahme der vierten Episode basieren alle auf den Comics „Tales from the Crypt“ und „The Vault of Horror“ von EC. Highlights sind die dritte Episode, in der Hammer-Horror-Legende Peter Cushing brilliert, und die fünfte, die ein spannendes Charakter-Duell bietet. Patrick Magee, der den Anführer der Blinden spielt, trat u.a. auch in Asylum auf. Ohnehin versammelten sich, wie es für das Produktionsstudio Amicus typisch ist, einige renommierte britische Charakterdarsteller vor der Kamera. Ebenso souverän, wie diese spielen, ist die Regie von Freddie Francis (Draculas Rückkehr). Sorgfältig ausgestattet, gespielt und inszeniert, dazu mit einer dichten Atmosphäre, ist Geschichten aus der Gruft einer der Höhepunkte des britischen Horrorfilms der 1970er.

5. Traum ohne Ende (1945)

1902 wurden die ersten Filme in der White Lodge auf dem Ealing Green in West London gedreht. 1931 wurden auf diesem Grund die britischen Ealing Studios gegründet, wo bis heute Filme gedreht werden. Nirgendwo anders auf der Welt gibt es ein Studio, das so lange besteht. Nach Vorlagen von u.a. H.G. Wells und E.F. Benson drehten Charles Chrichton (Ein Fisch namens Wanda), Basil Dearden (Khartoum), Robert Hamer (Adel verpflichtet) und Alberto Cavalcanti (Went the Day Well?) im Jahr 1945 den Episoden-Film Traum ohne Ende für dieses Studio.

Die Episoden sind in eine Rahmenhandlung eingebettet, in der ein Architekt einen furchtbaren Albtraum hat. Da kommt es ihm gerade recht, dass ihn ein Freund dazu einlädt, diesen übers Wochenende in seinem Landhaus zu besuchen. Dort trifft der Architekt auf mehrere Fremde, die er jedoch aus seinem Albtraum kennt.
In der pointierten Anekdote „The Hearse Driver“ überlebt ein Rennfahrer einen Crash. Kurz darauf erlebt er eine Vision.
„The Christmas Party“ ist eine atmosphärische Geistergeschichte. Ein Mädchen entdeckt auf einer Weihnachtsfeier in einem großen, alten Haus einen Raum, den es gar nicht geben dürfte.
In „The Haunted Mirror“ kauft Joan einen Spiegel für sich und ihren Mann Peter. Als Peter in den Spiegel schaut, sieht er sich in einem anderen Raum stehen, der wie aus vergangener Zeit wirkt. Dafür reflektiert der Spiegel jedoch Joan nicht, selbst wenn sie vor dem Spiegel steht. Allmählich verfällt Peter der Wirkung des Spiegels.
In „The Golfer’s Story“ wetteifern zwei Freunde um die Hand einer schönen jungen Dame. Der Verlierer ertränkt sich, aber nur, um wenig später seinen Freund heimzusuchen. Was gruselig klingt, ist tatsächlich eine humorvolle Geister-Episode frei nach H.G. Wells.
In „The Ventriloquist’s Dummy“ führt die lästermäulige Puppe Hugo ein Eigenleben. Zumindest wenn es nach dem Bauchpuppen-Redner Maxwell (Michael Redgrave, Schloß des Schreckens) geht. Schon bald sind gemeine Sprüche das geringste Übel für Max.

Einer der großen Klassiker des Episoden-Horrors, selbst wenn man dem Film sein Alter anmerkt. Bei „The Haunted Mirror“ und „The Ventriloquist’s Dummy“ handelt es sich um zwei der besten Episoden, die jemals im Rahmen einer Horror-Anthologie gedreht wurden.

4. Die drei Gesichter der Furcht (1963)

Ein Giallo, ein Geist und dazu gruselige Vampire – dies sind Die drei Gesichter der Furcht, Mario Bavas albtraumartiger Bilderrausch aus dem Jahr 1963. Die Episoden basieren auf Geschichten von Anton Tschechow, Guy de Maupassant und Alexei Tolstoi.

„Der Wassertropfen“: Eine Krankenschwester wird in das Haus eines verstorbenen weiblichen Mediums gerufen, die bei einer Session gestorben ist. Sie soll die Verstorbene für die Beerdigung vorbereiten. Dabei stiehlt sie der Toten einen Ring, da hört sie, wie Wasser aus einem Wasserhahn tropft. Als sie mit dem Ring in ihre Wohnung zurückkehrt, vernimmt sie das Tropfen eines Wasserhahns.
„Das Telefon“: Ein Call-Girl erhält seltsame Anrufe. Der Anrufer erklärt ihr, Frank, ihr einstiger Zuhälter zu sein, doch der sollte dank ihr im Gefängnis sitzen.
„Wurdelak“: Auf Reisen stößt ein russischer Adliger erst auf einen Leichnam, dann auf eine abgeschieden lebende Familie. Das Oberhaupt der Familie, Gorca (Boris Karloff, Frankenstein), machte sich auf, einen Banditen zu töten. Die Familie erwartet ihn binnen fünf Tagen zurück, jede Minute später und er kehrt als Vampir zurück.

„Das Telefon“ ist zwar etwas unlogisch, doch Logik ist im Giallo ein dehnbarer Begriff, gut gespielt und spannend inszeniert. „Wurdelak“ ist klassischer, farbenprächtiger Vampir-Horror vor fast (Grusel-)märchenhafter Kulisse mit einem bestens aufgelegten Boris Karloff. „Der Wassertropfen“ ist Terror pur, ein Geister-Albtraum in exquisiter Ausstattung und intensiver Farbgebung, der bis heute kaum etwas von seiner Wirkung eingebüßt hat.

Die malerische Farbgebung, die verschwenderische Ausstattung, die raffinierte Kameraführung, die expressionistische Beleuchtung und dazu das intensive Schauspiel machen den Film auch nach mehrfacher Sichtung zu einem Erlebnis. Ein Meisterwerk des gothischen Horrors.

DarkForest

DarkForest

Seid gegrüßt,
Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
DarkForest

...und was meinst du?