13 Horror-Episodenfilme, die ihr gesehen haben solltet

Heute werfen wir einen genaueren Blick auf Horror-Anthologien oder Episodenfilme. Hier gibt es einiges zu entdecken. Wir haben 13 Tipps für euch!


 

13. The ABCs of Death (2012)

Wenn 26 verschiedene Filmemacher aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen dieser Erde die Aufgabe gestellt bekommen, sich zu einem ihnen jeweils zugeteilten Buchstaben des Alphabets ein Wort auszudenken und mit der größtmöglichen Freiheit eine Kurzepisode zum Thema Tod mit Bezug auf eben dieses ausgesuchte Wort zu drehen, dürfte schnell klar sein, was einen hier erwartet: Eine sehr blutige, wirre und urkomische Welle aus Ideen, Einfällen und Geschichten, die sich quasi über die gesamte Bandbreite des Horrorfilms erstreckt – und darüber hinaus!

Anders als die meisten anderen Filme dieser Liste, besitzt The ABCs of Death keine übergeordnete Rahmenhandlung oder ähnliches. Vielmehr liegt hier das Augenmerk darauf, möglichst kreativ, brutal und unterhaltsam in verschiedenster Art und Weise den Tod von ziemlich banalen Figuren darzustellen – in alphabetischer Reihenfolge, versteht sich. So reicht das Spektrum an Episoden von animierten Knetfiguren, die von ihrer Toilette lebendig verspeist werden („T is for Toilett“) und beinharten Folterspielen („L is for Libido“) über eine übergewichtige Frau, die sich selbst mit Hilfe eines elektrischen Brotmessers ihrer überschüssigen Kilos entledigt („X is for XXL“) bis hin zu Mystery-angehauchten Zeitspiralen („C is for Cycle“) und beinahe schwachsinnig komisch wirkenden Trash-Odysseen („S is for Speed“, „F is for Fart“).

Insbesondere die so unterschiedliche Herkunft der einzelnen Regisseure verleiht dem ganzen Film dadurch so viele individuelle Stempel, dass ein Facettenreichtum entsteht, der seinesgleichen sucht. Diese gekonnte Mischung verschiedenster Genre und Inszenierungen ergibt in The ABCs of Death einen Cocktail, der wirklich für jeden Fan des Horrors, des brutalen und des Absurden etwas in petto hat und niemanden unbeeindruckt zurücklässt. Persönliches Highlight: „G is for Gravity“!

12. Southbound (2015)

Drei Männlein und ein Weiblein haben sich zusammen mit dem Radio Silence Team zusammengetan und mit Southbound einen äußerst positiven Anthologie-Beitrag erschaffen. Dass da keine Neulinge am Werk waren, sondern einige auch ihre Fähigkeiten beim bekannten V/H/S unter Beweis stellen konnten, sieht man nach der Sichtung sofort.

Der Plot findet auf einem verlassenen Highway in der kalifornischen Wüste statt und dehnt sich in den Kurzfilmen auf die angrenzenden Örtlichkeiten aus. Die Macher überraschen den Zuschauer mit einen atmosphärischen und intensiven Ritt durch eine surreale Welt, die in jedem Kurzfilm anders erscheint und auch den einen oder anderen Twist parat hält. Mal sind die Leute in einer Zeitschleife gefangen und werden von seltsamen Kreaturen verfolgt, mal gibt es einen Ausflug ins Home-Invasion-Genre und in einer anderen Episode macht eine All-Girl-Jazzband Bekanntschaft mit einer Sektenfamilie. Die Anthologie entfaltet seine volle Stärke bei einer Episode, auf die ich nicht weiter eingehen werde. Dort wird die Geschwindigkeit und Spannung enorm gesteigert und für Gorehounds gibt es auch das eine oder andere Schmankerl bestehend aus handgemachten Effekten.
Das Krankenhaus freut sich auf euren Besuch!

Sehr gut hat das Regieteam die Übergänge zwischen den Filmchen gelöst. Sie gehen nahtlos ineinander über, sodass der Zuschauer keine Rahmenhandlung erkennen kann. Das ist ein großer Pluspunkt, da man meint einen normalen Film zu sehen und keinen Episodenfilm. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den Radiosprecher, der mit seinen ständigen Ansagen die mysteriöse Atmosphäre verstärkt und uns den ganzen Film begleitet.

Für manche Personen wird der Film auch etwas zu strange sein, da vieles ungelöst bleibt und rational auch nicht erklärbar ist. Fans des Episodenfilms, die auch Mystery-Ableger wie Twilight Zone zu ihren Lieblingen zählen, sollten diese Anthologie gesehen haben. Feines Kino mit vielen Stärken und wenig Schwächen.

11. Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)

Ein Film, dessen deutscher Verleihtitel ausnahmsweise wesentlich cooler ist, als der Originaltitel (Dr. Terror’s House of Horrors). Die Rahmenhandlung erstreckt sich über fünf Reisende, die in einem Zugabteil auf den titelgebenden Dr. Schreck (Peter Cushing) treffen. Dieser offenbart ihnen mittels Tarotkarten ihre Zukunft, welche keine glückliche ist.

Inhaltlich erstrecken sich die Segmente von klassischen Monstern wie Werwölfe und Vampire über gefährliche Pflanzen bis hin zu Voodoo und verfluchten Händen. Neben Peter Cushing gibt es auch noch weitere Größen des Genres zu sehen, wie Christopher Lee und Donald Sutherland. Dabei macht schon das Zusammenspiel von Cushing und Lee irrsinnig viel Spaß.

Es sind schlussendlich auch die letzten zwei Episoden mit Lee und Sutherland, die für mich hier die Highlights darstellen. Farbenfroh eingefangen von Regisseur Freddie Francis, der sich ansonsten auch als Kameramann bei Der Elefantenmensch und Kap der Angst einen Namen gemacht, bietet Die Todeskarten des Dr. Schreck wundervolle Gruselunterhaltung.

10. The Theatre Bizarre (2011)

Ich bin ein großer Fan dieser schicken Art der Kurzfilm-Präsentation und The Theatre Bizarre ist ein würdiger Ableger davon. Im zweistündigen Film werden sechs Kurzfilme von internationalen Genregrößen oder Regie-Geheimtipps inszeniert. Einige Episoden des Horror-Sechsers haben es mir angetan, trotzdem sind nicht alle erstklassig.

Udo Kier ist ein Highlight der Rahmenhandlung. Er spielt darin eine Marionette, die auf einer Bühne eine einzige Zuschauerin in die sechs Episoden einführt. Mit seiner zweiten, sich abschälenden Haut wird er langsam zum Menschen. Eine tolle Performance, wie ich finde. „Grand Guignol“ heißt diese Story und ist toll anzuschauen.
„Mother of Toads“: klassische Hexengeschichte über verbotene Triebe. Er hat eine gute Atmosphäre und einiges an Ekeleffekten zu bieten.
„I Love You“: Liebe geht schief in Berlin. Atmosphärisch, toll gespielt, emotional und die realistischste der Stories.
„Wet Dreams“: Ein guter Beitrag zur Sammlung der blutigen Poesie. Tom Savini zeigt uns seine Art von Inception.
„The Accident“: Eine Mutter muss ihrer Tochter anhand eines gesehenen Motorradunfalls den Tod näher bringen. Atmosphäre und Emotionen stimmen, jedoch zu wenig Horror für diese Anthologie.
„Vision Stains“: Eine mysteriöse Mörderin geht um und klaut den Opfern Erinnerungen. Ekel, Gore und Atmosphäre stimmen.
„Sweets“: eine art Food-Horror und Ekel-Highlight, welches man so selten sieht.

Einige der Episoden sind echte Glanzlichter des Genres. Auf jeden Fall ein Film, den ich nicht missen möchte.

9. Trilogy of Terror (1975)

Trilogy of Terror ist eine reine TV-Produktion inszeniert vom wundervollen Dan Curtis (Landhaus der toten Seelen) und geschrieben vom nicht minder grandiosen Richard Matheson, der am besten für seinen Roman „Ich bin Legende“ von 1954 bekannt. Daneben war Matheson aber auch viel für Film und Fernsehen tätig, zum Beispiel für The Twilight Zone. Für Trilogy of Terror adaptierte Matheson drei seiner eigenen Geschichten. Die Hauptrolle für alle drei nicht zusammenhängenden Episoden übernahm Karen Black (Landhaus der toten Seelen, Haus der 1000 Leichen).

Es ist erstaunlich was Curtis, Matheson und Black vor über 40 Jahren für eine TV-Produktion hingelegt haben. Die drei Geschichten sind knackig erzählt, von Curtis mit dem Blick für tolle Einstellung souverän inszeniert und stark gespielt. Die Geschichten sind für eine TV-Produktion und auch im Vergleich zu anderen Anthologien der Zeit erstaunlich düster und grimmig ausgefallen. Im Gegensatz zu klassischen Gruselgeschichten bekommen wir es bei Trilogy of Terror zumindest in den ersten beiden Filmen mit psychologischen Horrorfilmen/Thrillern zu tun. Allein das dritte Segment fällt etwas aus dem Rahmen.

In Summe ein Episodenfilm, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Trilogy of Terror

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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