Die 7 besten Filme von Horror-Altmeister John Carpenter

John Carpenter

John Carpenter verdanken wir einige Klassiker des Horror-Genres. Heute wollen wir euch unsere sieben Favoriten vorstellen.

Von Mitte der 70er bis Mitte der 90er Jahre hat John Carpenter das Horrorkino maßgeblich mitbestimmt, wodurch er ohne Zweifel zu den wichtigsten Horror-Regisseure aller Zeiten gehört. Für diese Liste wollen wir uns allerdings nicht nur auf seine Horrorfilme beschränken, sondern auch seinen Beiträgen zum Action- und Sci-Fi-Genre huldigen.


7. Die Klapperschlange (1981)

John Carpenter schrieb das Drehbuch zusammen mit Nick Castle, welcher drei Jahre zuvor für Carpenters Halloween Michael Myers spielen durfte. Die Idee zu dem dystopischen Sci-Fi-Actioner hatte Carpenter schon Mitte der 70er inspiriert durch die Watergate-Affäre.

In Die Klapperschlange entführt uns Carpenter in ein von Gewalt und Verbrechen geprägtes USA, welches Manhattan zu einem Hochsicherheitsgefängnis umfunktioniert hat, welches ohne Führung von den Insassen selbst beherrscht wird. Blöd nur, dass die Air Force One von Terroristen gekapert wird und dort abstürzt. Snake Plissken, Ex-Soldat und Gefangener, wird nun damit beauftragt den Präsidenten zu retten.

Der Film lebt zu einem großen Teil von seinen wundervollen, düsteren Bildern eines heruntergekommenen und zerstörten New Yorks. Da Carpenter mit einem im Vergleich zu seinen vorherigen Filmen hohen, aber für die Anforderungen des Films immer noch recht geringen Budget von 6 Millionen Dollar auskommen musste, suchten sie nach den hässlichsten Städten in den USA für ihren Dreh und wurden in East St. Louis fündig. Carpenter und Set-Designer Joe Alves haben hier wirklich ganze Arbeit geleistet.
Darüber hinaus kann Die Klapperschlange mit einem tollen Cast aufwarten, u.a. Kurt Russell (The Thing), Donald Pleasence (Halloween), Harry Dean Stanton (Alien) und Isaac Hayes (Reindeer Games, South Park).

John Carpenter hat mit Snake Plissken eine der Action-Kultfiguren, der 80er erschaffen, der zum Beispiel auch als Inspiration für die Videospielreihe „Metal Gear Solid“ diente. Ein zeitloser Dystopie-Klassiker, der auch nach über 35 Jahren nichts an Wirkung verloren hat.

6. Die Fürsten der Dunkelheit (1987)

Das Böse ist eine Flüssigkeit, eingeschlossen in einem Behälter und wartet nur darauf, auszubrechen und wieder einen Körper zu besetzen – dies ist die Ausgangssituation für Die Fürsten der Dunkelheit. Man kann den Stil des Films schon fast als dokumentarisch bezeichnen, für einen Film aus dieser Ära sind die Spezialeffekte minimal und wirkt dabei wie eine Mischung aus The Thing von der eiskalten Atmosphäre her und Assault on Precinct 13 aufgrund der Situation, denn die Protagonisten sind in einem alten Gebäude quasi eingeschlossen. Die Hauptrolle spielt Jameson Parker, besser bekannt als der jüngere Bruder des Achtziger-Krimiduos Simon&Simon. Auch wunderbar ist der kurze Auftritt vom König des Schockrocks, Alice Cooper, der gerade in seinen zweiten Frühling startete.

5. Cigarette Burns (2005)

Es ist schon irgendwie bezeichnend, dass Carpenters bestes Werk seit Mitte der 90er ausgerechnet eine Episode für die TV-Serie Masters of Horror war. In der Anthologie-Serie von Mick Garris steuerte für jede Episode immer ein anderer Horror-Regisseur einen Kurzfilm bei. Carpenter tat dies für beide Staffeln: Cigarette Burns für die erste und Pro-Life für die zweite Staffel.

Der Film handelt von Kirby Sweetman, der sich seinen Lebensunterhalt mit der Führung eines Kinos und dem Aufspüren seltener und obskurer Filme verdient. Für einen Millionär soll er den Film „La Fin Absolue du Monde“ (Das absolute Ende der Welt) aufspüren, welcher nur ein einziges Mal gezeigt wurde und mit einem Massaker und einem abgebrannten Kino endete. Umso näher Sweetman dem Film kommt, desto bedrohlicher werden die Anzeichen für ein böses Ende.

Mit Norman Reedus (The Walking Dead) und Udo Kier toll besetzt, schafft es Carpenter hier atmosphärisch wieder direkt an Die Mächte des Wahnsinns anzuknüpfen. Dabei jongliert er geschickt mit Mythen des Kinos und findet das Böse schlussendlich in seinem Handwerk selbst. Das wäre mal ein würdiges Abschluss-Statement für einen Horror-Regisseur gewesen. Ganz starkes Spätwerk.

4. Assault – Anschlag bei Nacht (1976)

Mehrere Gangmitglieder werden von der Polizei erschossen, woraufhin die Gang blutige Rache schwört. Die Polizeistation Precinct 9, Division 13 in einem heruntergekommenen Teil von Los Angeles soll geschlossen werden. Ein Rookie tritt dort seinen Dienst an, ein Transporter mit Gefangenen macht dort wegen eines kranken Gefangenen Pause, ein paar Cops und zwei Sekretärinnen gehen ihrer Arbeit nach. Da wird auf offener Straße ein Kind erschossen, der Vater rächt sich – und flieht im Mantel der Nacht in eben diese Station. Die blutdürstigen Gangmitglieder sind ihm dicht auf den Fersen.

Assault on Precinct 13 markiert John Carpenters zweite Regiearbeit in Spielfilmlänge. Weniger verspielt und deutlich professioneller inszeniert als Dark Star ging er diese Low-Budget-Produktion (150.000 $) an, der zwei Jahre später entstandene Halloween kostete das Doppelte. Carpenter schrieb das Drehbuch, den Soundtrack, der immer noch zu seinen einprägsamsten Titeln gehört, und führte Regie. Das Resultat ist einer der besten Independent-Filme der 1970er, dabei ist der Film zugleich eine Hommage an den Western-Klassiker Rio Bravo, der zu seinen Lieblingsfilmen zählt. Das Ende, wie der Film auch heißt, ist spannend, weist teilweise ein sehr hohes Tempo auf, nimmt sich dabei dennoch genug Zeit, um seine Charaktere zu skizzieren. Die Besetzung spielt grundsolide, mit einigen von ihnen, vor allem Charles Cyphers (Det. Starker), drehte er noch weitere Filme. Der Film weist einige Härten auf, die in Deutschland zu einer zeitweiligen Indizierung führten. Assault – Anschlag bei Nacht ist ein ebenso eiskalter wie exzellent inszenierter Action-Thriller.

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