Alice: The Darkest Hour (2018) – Review

Alice: The Darkest Hour

Michael Effenbergers neuester No-Budget-Streifen Alice: The Darkest Hour ist zwar nicht ohne Fehler, aber dafür auch mit jede Menge Herzblut.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Alice: The Darkest Hour
Deutschland
94 Minuten
Michael Effenberger, Thomas Pill
Michael Effenberger

Da Alice (Carolina Hoffmann) beide Elternteile durch einen Unfall vor einigen Jahren verloren hat, lebt sie bei Ihrem Vormund (Helmut Krauss). Sie ist Vollwaise – genauso, wie einige Mädchen mit gleichem Vornamen, welche europaweit in letzter Zeit auf mysteriöse Weise getötet wurden. Von einer Mitstudentin wird sie eines Tages zu einer nächtlichen Party eingeladen. Leider entpuppen sich die Partygäste als Mitglieder eines ominösen Zirkels, die es auf sie abgesehen haben…

Was Michael Effenberger uns hier mit seinem neuesten Werk präsentiert, ist zwar nicht der Jahrhundert-Independentfilm geworden, dennoch möchte ich ihn als durchaus gelungen bezeichnen. Hierbei darf man nicht außer Acht lassen, dass es sich um eine No-Budget-Produktion handelt und nicht um einen Hollywood-Blockbuster mit Millionen-Budget. Carolina Hoffmann spielt die Alice zwar zeitweise etwas unsicher, dennoch durchaus überzeugend und hat sicher Chancen durch den Film im Business Fuß zu fassen. Ihr Vormund – mit Helmut Krauss prominent besetzt – spielt ebenfalls solide. Besonders hervorheben möchte ich den Gastauftritt von Moonchild Whiteskin als Tätowiererin. Leider kann ich nichts wirklich Gutes über die restlichen Darsteller sagen. Die Bösewichte gehen komplett überzogen in Overacting auf und auch der Privatermittler John Tusk wird überaus klischeehaft dargestellt, was dem Film hölzerne, teils realitätsferne Dialoge beschert, sodass Alice die einzige ist, die wirkliche Emotionen erzeugen kann.

Der Soundtrack hingegen weiß auf ganzer Linie zu überzeugen und trägt den Film auch über schwache Momente. Der Titelsong „#outthere“ von End of Skies ist wahnsinnig gut gelungen und bleibt auch am Tag nach dem Film noch im Ohr. Wer also eine anspruchsvolle Neuinterpretation von Carrolls „Alice im Wunderland“ sucht, wird hier nicht fündig werden, wer aber kurzweilig und blutig unterhalten werden will und mit ein paar Fehlern in Sachen Beleuchtung und Drehbuch sowie schwachen Leistungen der Darsteller leben kann, sollte den Blick riskieren. Ich jedenfalls respektiere die Arbeit und das Herzblut welches drin steckt.

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 2 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Alice: The Darkest Hour © Wizzard Entertainment, Thomas Pill Produktion

7 Kommentare

  • Für einen kleinen deutschen Film hat er mir gut gefallen.
    Was ist denn an dem Gastauftritt der Tätowiererin hervorzuheben? Gefallen eurem Autor die Brüste oder kennt er sie persönlich?
    Leider wieder einmal ein vollkommen subjektiver Beitrag dieses Autors, der seine Freunde lobt und sonst wenig sagt.

    • Terror-Floh
      Terror-Floh

      Hallo Manuela,

      danke für dein Feedback!
      Über den Gastauftritt der Tätowiererin kann ich leider nichts sagen, ich hoffe dazu meldet sich Thomas noch zu Wort, aber grundsätzlich ist es so, dass Reviews immer die persönliche Meinung des Autors widerspiegeln.
      Ich finde Thomas sagt hier recht klar, was ihm aus welchen Gründen gefallen hat und was nicht.

      Was hättest du dir von der Review noch zusätzlich gewünscht, damit sie für dich hilfreich gewesen wäre?

      Liebe Grüße
      Floh

      • Thomas Ortlepp
        Thomas Ortlepp

        Ja, ich kenne und sympathisiere mit Moonchild Witheskin und habe mich ebenso gefreut, Sie mal in einem Film zu sehen. Gehört vielleicht nicht unbedingt in das Review, jedoch finde ich das „wiedermal“ in Deinem Text nicht in Ordnung.

      • @Floh
        Was mir fehlt ist Ehrlichkeit. Die Schauspielerin ist mir egal, ich habe keine Probleme mit ihr, aber nur jemanden zu loben weil er sie kennt, finde ich unpassend. Und es war von mir geraten das zu sagen, er gibt aber zu das es so ist.
        Einen anderen Grund sie hervorzuheben gibt es nicht. Sonst muss man auch jeden Komparsen in Krieg der Sterne extra loben, wenn er 5 Sekunden im Bild ist

        • Thomas Ortlepp
          Thomas Ortlepp

          Ehrlichkeit, also verbiegen tue ich mich nicht, bisher habe ich Das auch nicht für nötig empfunden. Jeder Filmemacher hat meine persönliche Meinung akzeptiert, auch wenn ein Film murks war. Floh, nimm’bitte den Satz raus mit Sandrina und ich ergänze den Text an den Stellen, wo ich keine klare Aussage formuliert habe. Mit freundlichen Grüßen
          Thomas Ortlepp

        • Thomas Ortlepp
          Thomas Ortlepp

          Außerdem habe ich Dich zuvor gefragt, was das „wieder einmal“ betrifft. Nenne mir doch bitte die Titel, worauf das zutrifft. Floh hat das review nicht geschrieben, somit kannst Du den direkten Weg wählen und mich ansprechen. Denn die dritte Person nutzen oder gar ignorieren macht das Review nicht besser. Gruß Thomas.

        • Terror-Floh

          Hallo Manuela & Thomas,

          ich würde es jetzt weniger als fehlende Ehrlichkeit bezeichnen, denn gelogen war es ja nicht, sondern als fehlende Transparenz und da würde ich durchaus zustimmen.
          Entscheidend wäre an dieser Stelle gewesen, darauf hinzuweisen, dass man die Person persönlich kennt und sich deswegen freut, sie in einem Film zu sehen. Wenn man dies offen schreibt, finde ich es auch vollkommen ok. Ob es die LeserInnen interessiert, wer wen kennt, sei mal dahingestellt, aber zumindest ist es nicht verwerflich.

          Vor allem steht auch nicht drin, dass der Auftritt von Moonchild Whiteskin jetzt besonders toll war. Es wurde also auch niemand gelobt, nur weil man die Person kennt. Das fände ich dann auch problematisch. Sehe ich hier aber nicht.

          Liebe Grüße
          Floh

...und was meinst du?