13 skandinavische Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Wir begeben uns in den hohen Norden, zu den besten Horrorfilmen aus Skandinavien.

Der Begriff „Skandinavien“ kann natürlich unterschiedlich ausgelegt werden. Für unsere Liste haben wir uns entschieden die weiteste Definition zu verwenden, um die wundervolle Vielfalt des europäischen Nordens auch entsprechend darstellen zu können. Daher zählen alle Filme, die in Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island produziert wurden, sofern es sich um keine internationalen Koproduktionen handelt, die zudem nicht in einer der Landessprachen gedreht wurden. Aus diesem Grund fällt zum Beispiel Antichrist raus. Jetzt hör ich auch schon auf mit dem Gelaber und wünsche viel Spaß!

13. Dark Woods (2003, Norwegen)

Vier Freunde (darunter Kristoffer Joner, Next Door und Eva Röse Maria Wern, Kripo Gotland) reisen in eine abgelegene Gegend, um sich dort auf ihre kommende Rolle als Moderatoren einer Survival-Show vorzubereiten. Sie werden von ihrem Produzenten begleitet. Sie übernachten in einer Hütte, der inmitten eines Waldes liegt. Bei einem Streifzug finden sie an einem See ein Zelt und eine Frauenleiche. Kurze Zeit später wird einer von ihnen ermordet.

Pal Ole (Hidden) inszenierte diesen atmosphärisch dichten, norwegischen Mystery-Horror im Jahr 2003. Er setzte insbesondere auf die Entwicklung seiner Figuren, die Schauspieler agieren gut. Auf Schockeffekte wie auf CGI wurde fast vollständig verzichtet. Dafür sind besonders die Naturaufnahmen gelungen, wobei der Wald selbst gerade bei den Nachtaufnahmen bereits düster und bedrohlich wirkt. Ein grundsolider Genre-Beitrag.
Im Original Villmark genannt wird der Film in Deutschland unter den Titeln Dark Woods und Die Tote am See vertrieben. Er erfuhr 2015 eine Fortsetzung, die bis auf das Grundkonzept mit dem Original jedoch nicht mehr viel zu tun hat.

12. Hospital der Geister (1994/1997, Dänemark)

Auf dem Boden uralten Sumpflandes erhebt sich das königliche dänische Reichskrankenhaus, genannt „Das Königreich“ (dänisch: „Riget„). Man schwor dem Aberglauben vergangener Zeiten ab, um sich ganz der modernen Wissenschaft zu widmen. Doch dort, wo nun ein schwedischer Professor seinen abgrundtiefen Hass gegen Dänen pflegt und ein Assistenzarzt heimlich Kokain herstellt, regt sich noch etwas anderes – die Geisterwelt der Sümpfe.

Was hat eine TV-Serie in einer Film-Liste verloren? Wenn man über den skandinavischen Film spricht, kommt man an dem Namen Lars von Trier nicht vorbei. Eine Liste ohne einen von Trier Beitrag wäre unvollständig. Ob man seine Filme mag oder nicht, er besitzt einen gehobenen Stellenwert im internationalen Film und polarisiert, wie es wenige tun. Was er auch international 1994 mit Hospital der Geister tat, die bei den einen für helle Begeisterung sorgte, bei den anderen auf verständnisloses Kopfschütteln traf. Die Serie verleitete allerdings sogar Stephen King dazu, fürs amerikanische TV ein Remake zu schreiben. Jedoch kann man von Triers Stil nicht kopieren.

Getragen wird das Ganze von erstklassigen schauspielerischen Leistungen und einer rasanten, teilweise völlig absurden Handlung, die wild zwischen Horror und Drama, Satire und Soap Opera schwankt, dabei komplett bizarr bis völlig bösartig ist. Die Serie verschließt sich im Aufbau, Schnitt und in der Szenenfolge den normalen Sehgewohnheiten. Sie wird allgemein als Vorläufer der wichtigen Dogma-Bewegung gesehen. Ein Meisterstück von einem der interessantesten und bedeutendsten modernen Filmemacher.

11. Cold Prey (2006, Norwegen)

Als sich eine Gruppe junger befreundeter Snowboarder, abseits der Touristenpfade, einen spaßigen Tag auf ihren Brettern machen wollen, bricht sich Morten Tobias bei einem Unfall im Schnee das Bein. Der Weg zurück zum Auto scheint zu weit und so beschließen die Freunde, die Nacht in einem alten, scheinbar verlassenen Hotel zu verbringen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich bald herausstellen sollte.

Der norwegische Regisseur Roar Uthaug beschert uns mit Cold Prey – Eiskalter Tod einen durchweg gelungenen Slasher, der zwar nicht ganz so blutig ausfällt wie manch anderer Genre-Kollege, dafür aber vor allem aufgrund seiner atmosphärischen Wirkung punkten kann. Storytechnisch wird uns der Verlauf sicherlich bekannt vorkommen, dafür weiß Cold Prey aber mit einem hervorragenden Cast, einem ausgesprochen eindrucksvollen Setting und ausgezeichneten Effekten, über seine komplette Dauer zu überzeugen.

Auf Survivaltour durchs schaurige Hotel; und das alles in bester Slashermanier.

10. Sauna (2008, Finnland)

Im Jahre 1595 ist endlich der Krieg beendet. Als Mitglieder der Komission, die die Grenze zwischen Finnland und Russland markiert, überlassen die Brüder Knut und Erik ein junges Mädchen einem fürchterlichen Tod. Doch der Geist des Mädchens verfolgt sie in eine Sumpflandschaft und sie müssen in der Sauna eines namenlosen Dorfes Unterschlupf finden. An diesem Ort kann man sich von allen Sünden reinwaschen, heißt es. Die beiden betreten somit die Hütte auf der Suche nach Vergebung.

Wer Horrorfilme mag, die sich langsam und zurückhaltend entwickeln; wo das Grauen auf leisen Sohlen daherkommt, der ist hier genau richtig. Mit geringsten Mitteln wird hier ein maximales Gruselfeeling erschaffen. Für Freunde des subtilen Horrorfilms.

9. I Remember You (2017, Island)

Der eigentlich aus der Stadt stammende Isländer Garðar hat auf einer abgelegenen Insel ein Haus erstanden, das er, zusammen mit seiner Frau Katrin und deren gemeinsamer Freundin Líf, komplett renovieren möchte. Die Tage der Arbeit ziehen ins Land und umso mehr Zeit verstreicht, desto mehr unerklärliche Dinge passieren. Der Ort, der zukünftig als Pension dienen soll, scheint ein finsteres Geheimnis zu bergen.

Mit I Remember You liefert uns Regisseur Óskar Thór Axelsson einen wahnsinnig atmosphärischen, sehr ruhigen und dennoch intensiven Horrorthriller ab, der fast komplett auf Schockmomente verzichtet, dafür aber mit einem unglaublich düsteren Flair und einer durchweg spannenden Erzählstruktur auf sich aufmerksam macht. Verschiedene Handlungsstränge verschmelzen zu einem großen Ganzen und lassen uns gespannt, wenn auch sehr harmonisch, durch die idyllischen Landschaften Islands gleiten.

Ein Film, der trotz seines recht langsamen Erzählstils eine enorme Spannung aufbaut und letztlich alle vermeintlichen Längen in Sekunden voller Hingabe verfliegen lässt.

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Seid gegrüßt,
Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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