Weakness of a Sick Mind (2018) – Review + Interview

Weakness of a Sick Mind

Weakness of a Sick Mind ist ein Kurzfilm über Verlust, Leiden und den Neuanfang. Hier findet ihr eine Review und ein Interview mit Regisseur und Autor Dominik Heit.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Weakness of a Sick Mind
Deutschland
38 Minuten
Dominik Heit
Dominik Heit

Weakness of a Sick Mind von Dominik Heit entspringt eigentlich der deutschen Underground-Amateur-Splatter-Ecke und ist die Weiterentwicklung davon was mit ein paar auf Kamera festgehaltenen Splatter-Effekten begann.

Dominiks Werk ist jedoch eher untypisch für den deutschen Underground. Geht es hier doch mehr darum Gedanken und Gefühle in eine visuelle Form zu packen, als mit deftigen Splattereffekten für Aufruhr zu sorgen. In erster Linie wird uns hier ein Drama serviert, welches jedoch nicht vor expliziten Gewaltdarstellungen zurückschreckt.

Bei der Beurteilung eines solchen Werkes sollte man natürlich immer im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei um keine hochbudgetierte Produktion mit erfahrenem Team handelt. Weakness of a Sick Mind ist ein Amateurfilm. Dominik beweist zwar durchaus, dass er ein Auge für das visuelle Erzählen einer Geschichte hat, aber dennoch macht sich die Unerfahrenheit durchaus bemerkbar.

Der Film ist bewusst langsam gehalten und verweilt oft in langen Einstellungen. Dies wirkt in den Naturaufnahmen und einzelnen Einstellungen in denen Beleuchtung, Score und die Darsteller eine kleine Symbiose eingehen stark, wird aber bei actionreicheren Szenen zum Manko. Hier hätte mit entsprechenden Schnitten eine bessere Dynamik erzeugt werden können. Dies gilt auch für die Kameraführung, die oft etwas zu statisch ist. Zudem wirkt der etwas inflationäre Einsatz von Filtern im Gesamtbild recht unrund.
Allgemein kann gesagt werden, dass die Stärken des Films in den ruhigeren Szenen liegen, wo einige schöne Ideen verarbeitet wurden und sich viele tolle Einstellungen finden.

Dominik Heit

Regisseur und Hauptdarsteller Dominik Heit

Schauspielerisch ist bei einem solchen Projekt keine Meisterleistung zu erwarten und man bekommt sie auch nicht. Aber die Leistungen sind auch weit weg davon ein Totalausfall zu sein.
Hinzu kommen dann noch handwerkliche Mängel insbesondere was den Ton betrifft. Außerdem hätten dem Film ein paar Statisten gut getan. Die Szenen wirken oft seltsam leblos und künstlich, da auch an belebten Settings niemand außer den handelnden Personen zu sehen ist.

Nichtsdestotrotz hat uns Weakness of a Sick Mind gut unterhalten und vor allem das Ende ist wirklich gut gelungen.

Was ihr von Dominik in Zukunft noch zu erwarten habt, erfahrt ihr im Interview, aber es ist auf jeden Fall so einiges geplant. Und eins ist so klar wie der Wahnsinn in Dominiks Kopf: wir werden Freude daran haben und können es kaum erwarten. Denn den Mut auch mal etwas zu wagen, in dem Wissen, dass es längst nicht perfekt ist, den hat er und dafür zollen wir ihm auf jeden Fall schon einmal Respekt.

Und nun lassen wir den Kopf hinter Weakness of a Sick Mind selbst zu Wort kommen.

Martin TraffordWie war der Weg von der Story zu den Dreharbeiten? Hattest du ein fixes Screenplay?

Vieles hab ich im Laufe der Dreharbeiten kurzfristig geändert, anders ließ sich einfach nicht so umsetzen wie ich wollte. Zum Beispiel gibt es ja diese Rückblicke zum Arzt. Hier hatte ich in einer ursprünglichen Version eine längere Szene in der Arztpaxis geplant. Als harten Kontrast sollte hier alles wie in einer Sitcom wirken, inklusive Lacher aus dem Off, gleich wie ernst es war. Nur so als Einblick was alles noch geändert wurde. Selbst am Set wurde noch ab und an geändert. „Ach machen wir besser doch so, das Drehbuch einfach ignorieren“.

Was waren die größten Herausforderungen?

Man könnte nun meinen, dass die Effekte und die Technik die größte Herausforderung beim Drehen für uns waren. Ja zum Teil schon, gerade der Ton hat uns echt Probleme bereitet. Aber am meisten hat die Organisation von uns verlangt. Das alles unter einen Hut zu bringen, neben dem Privatleben, das ja alle haben, war die größte Herausforderung am Set.

Hattest du selbst bestimmte Regisseure oder Filme im Kopf während dem Schreiben oder den Dreharbeiten an denen du dich orientiert hast?

Am meisten wohl doch Noé, dem ich gleich zu Beginn eine kleine Hommage eingebaut habe. Aber auch Autoren finden ihren Platz im Film so gibt es eine Abwandlung eines Zitates von Thomas Ligotti, wenn der „Protagonist“ davon erzählt, dass sein Leben der Vorführung eines Films im Kino gleicht. Wie eben auch schon im Kurzfilm Schatten über Franken, der eine Mischung aus Verbeugung vor Lovecraft darstellte sowie die Auseinandersetzung mit der Thematik der modernen Hexenjagd.

In welches Genre würdest du Weakness packen, wenn du müsstest?

Gute Frage, ich hab während ich die Geschichte schrieb an Drama mit ein paar expliziten Effekten gedacht. Aber selbst die Effekte sind dann doch in den Hintergrund gerutscht. Drama passt ja auch nicht ganz, man könnte sagen der Film hat ein Happy End… aber doch etwas dramatisches hat der Film.

Weakness of a Sick Mind

Wie gehst du mit Kritik um, die dir nicht wohlgesonnen ist?

Ich gehe eigentlich mit jeder Kritik ganz gut um, solange sie gut begründet ist. Mir war von Anfang an bewusst, dass es viele Leute geben wird, die mit dem Ergebnis nichts anzufangen wissen werden. Alleine, dass ich bewusst auf lange Einstellungen gesetzt hab, was ja entgegen der modernen Sehgewohnheiten ist. Schön ist es aber dennoch nicht, wenn man negative Worte zu seinem „Baby“ hört.

Was steht als nächstes für dich und Dirt ’n Dust Films an?

Das nächste Projekt Die verlockende Stimme des Todes so der Arbeitstitel, ist schon in meinem Kopf gereift und wartet nur darauf in Form gebracht zu werden. Sobald die Veröffentlichung für Weakness of a Sick Mind durch ist, setze ich mich hier ans Drehbuch. Eckpunkte für das Projekt sind gescheiterte Beziehung, Dämonen, die persönliche Hölle, Anziehungskraft der Frau.

Was hättest du gern, dass die Seher von Weakness für sich mitnehmen?

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was er von dem Film mitnimmt. Motivation für mich war hier aber zum einen den Weg zu einem Neuanfang zu zeigen sowie dass man als Betrachter sich selbst reflektiert. Daher auch die paar Szenen mit der Spiegelung.

Dann sage ich herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und uns Einblick in deine Arbeit gewährt hast.

Nicht dafür, ich hab zu danken, dass ihr mir und meinem Film ein wenig Beachtung schenkt. Hätte ich nicht gedacht das noch vor der Ersten Veröffentlichung diese Form des Interesses besteht.

Bildquelle: Weakness of a Sick Mind © Dirt ’n Dust Films

 

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