Flesh of the Void (2017) – Review

Mit seinem Experimental-Horrorfilm schafft es Regisseur James Quinn einen visuellen Strudel zu erzeugen, der den Zuschauer in sich hinein zieht und nicht mehr loslassen wird.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Flesh of the Void
USA
77 Minuten
James Quinn
Ju, James Quinn

Flesh of the Void beschäftigt sich mit der Frage, wie es sich anfühlt, wenn der Tod das schrecklichste auf der Welt wäre und schickt euch, ohne Rücksicht auf Verluste, auf eine Reise durch die schlimmsten Ängste, die ein Mensch sich vorzustellen vermag.

Speziell, aber beeindruckend

Regisseur James Quinn konfrontiert uns in seinem Experimentalfilm mit den tiefen Abgründen der Menschlichkeit. Eine Gegenüberstellung mit jenem, das man eigentlich nicht vorgehalten bekommen möchte und wirft uns visuell in einen Abgrund, aus dem wir knappe 80 Minuten nicht mehr zu entkommen scheinen. Zugegeben, für den gewöhnlichen Horrorfreund wird es extrem schwer, sollte er sich für eine Sichtung des durchaus schwierigen Experimentalwerkes Quinns entscheiden, der Zurschaustellung diverser Schreckensszenarien aufmerksam zu folgen. Denn sollte man sich hier nicht voll und ganz drauf einlassen können, wird es für den Film schwierig, seine Wirksamkeit zu entfalten. Solltet ihr aber durchaus Interesse an der visuellen Kunstform in seiner experimentellen Art haben, so spaziert herein und lasset euch niederschmettern; denn das Werk weiß durchaus, die richtigen Knöpfe zu drücken.

Hart, schonungslos, hypnotisierend

Während wir über die Dauer des Filmes mit verschiedensten, in Kapitel unterteilten und in schwarz-weiß gehaltenen Szenarien konfrontiert werden, untermalt ein tiefer, druckvoller Score die kontroverse Auseinandersetzung und ist somit maßgeblich für den unangenehmen Effekt des Werkes verantwortlich. Die Paarung der basslastigen Töne, mit den künstlerisch erscheinenden, grautönigen Darstellungen, bilden einen spürbaren Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Hier haben wir wiedermal ein Beispiel dafür, wie man es schafft, mit lächerlich geringen Mitteln, eine atemstockende Atmosphäre zu erzeugen und den Zuschauer förmlich niederzuschmettern. Man muss nur wissen, wie man es macht – und der Regisseur weiß es. Ohne einer klar strukturierten Story zu folgen, schafft er es dennoch, uns voll und ganz in seinem Wirkungsbereich gefangen zu nehmen. Eine schockierende, hypnotisierende Theatervorführung wäre eine Bezeichnung, die dem Werk gerecht zu werden scheint. Denn so fühlt sich Flesh of the Void an.

Flesh of the Void wird die Experimental-Fans umhauen und den „Normalo“ unter den Horrorfans ziemlich kalt lassen. Ja, Quinns Werk ist wirklich sehr speziell und wird deshalb nur einen kleinen Teil seiner Zuschauer für sich gewinnen. Dennoch kann man dem Film seine Wirksamkeit nicht absprechen, denn sollte man in der Lage sein, sich ihm völlig hinzugeben, so wird er es sicherlich schaffen, euch in seinen Abgrund zu reißen.

 

Bewertung

SpannungRating: 1 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel rating3_5
Story rating0_5

Bildquelle: Flesh of the Void © Black Lava Entertainment

Jan Ott

Jan Ott

Als großer Fan des Horror-Kinos, insbesondere der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein Film mitgibt. Ich freue mich darauf, mich mit euch über die unendlichen Weiten des Horror-Genres auszutauschen! 🙂
Jan Ott

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