13 deutschsprachige Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Deutschsprachige Horrorfilme

3. Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)

Der Film von Robert Wiene aus dem Jahre 1920 gilt neben Nosferatu als der wichtigste Vertreter des deutschen expressionistischen Stummfilms, eine Ära in der Deutschland das internationale Kino noch maßgeblich beeinflusste. Mit seinen starken Kontrasten, verzerrten Perspektiven und seinem Fokus auf unterdrückter Lust und verdrängter Angst ist Caligari nicht nur ein Parade-Exemplar des deutschen Expressionismus, sondern auch die perfekte Vorlage für etliche Genrebeiträge des phantastischen Films, die davon inspiriert wurden.

Und auch nach etlichen Dekaden hat Das Cabinet des Dr. Caligari wenig von seiner Faszination verloren. Für alle, die sich darauf einlassen können, bietet der Stummfilm in Schwarzweiß eine spannende Story, grandiose, abgefahrene Kulissen, eine wunderschöne Optik und einen revolutionären Twist. Caligari ist eines der ganz großen Meisterwerke der Filmgeschichte, welches man zumindest einmal gesehen haben sollte.

2. Funny Games (1997)

Funny Games ist mehr ein Gedanken-Experiment über Filmgewalt, eine Reflexion über den Konsum fiktiver Gewalt als ein fieser Horror-Thriller. Dies ist es schlussendlich auch oft, was viele Leute abschreckt, die einen ernst gemeinten Genre-Beitrag erwarten. Es ist aber auch wirklich fies, denn Funny Games funktioniert nicht nur als Meta-Film, sondern eben auch als „Home Invasion“-Horrorthriller ausgezeichnet.

Schlussendlich sind es aber genau jene Momente in denen Haneke das gewaltgeile Publikum vorführt, die den Film zu etwas besonderem machen. Allein Hanekes Intention, Gewalt so darzustellen, wie sie wirklich ist, nämlich unkonsumierbar, dürfte bei der Zielgruppe wohl nicht so ganz angekommen sein – daran ändert auch das sinnfreieste Remake seit Van Sants Psycho nichts.

Auch wenn sich hier offenbart, dass Haneke wohl doch der Zugang zur Horror-Community etwas fehlt, so ist Funny Games dennoch ein überaus gelungenes Werk – und zwar auf beiden Ebenen.

1. Nosferatu (1922)

Neben Universals Dracula von 1931 mit Bela Lugosi als titelgebender Blutsauger ist es vor allem Nosferatu, der den Vampirfilm prägte. Dabei hatte F. W. Murnau nicht einmal die Rechte an Stokers Roman, weswegen Personen und Orte auch umbenannt wurden. Durch den folgenden Rechtsstreit mussten viele Kopien vernichtet werden und wir können uns glücklich schätzen, dass dieses Meisterwerk dieses Gerichtsurteil überlebt hat.

Denn ansonsten würde uns nicht nur eines der größten expressionistischen Meisterwerke fehlen, sondern auch einer meiner absoluten Lieblingsvampire: Max Schreck. Dessen Darstellung mehr den Ratten gleicht, die ihn begleiten, als dem exotischen, aristokratischen Dracula, wie wir ihn ab Lugosi vermehrt sehen werden. Am meisten beeindruckt mich bei Nosferatu jedoch immer wieder wie sehr mich dieser knapp 100 Jahre alte Film nach wie vor fesseln kann. Murnaus Inszenierung ist für seine Zeit sehr flott und mit vielen Schnitten regelrecht dynamisch. In Kombination mit einer tollen Kameraarbeit – insbesondere die wundervoll-schauerhaften Low-Key-Aufnahmen – ergibt das nach wie vor einen der besten Horrorfilme aller Zeiten.


Das wars auch schon von uns. Seid ihr zufrieden mit der Liste? Was muss raus und wie würde eure Liste aussehen?

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwickelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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